ARM Wachstum bei hoher Profitabiliät

ARM war auch in dem letzten von Ex-CEO Warren East verantworteten Geschäftsquartal sehr erfolgreich.

ARMs Wachstum ging auch im 2. Quartal 2013 weiter: Der Prozessor-IP-Hersteller konnte gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres seinen Umsatz um 24 % steigern, der Gewinn wuchs sogar um 30 %.

Während viele von ARMs Lizenznehmer mit Verlusten und/oder sinkenen Umsätzen zu kämpfen haben, geht die Erfolgsgeschichte von ARM offensichtlich völlig unabhängig von den aktuellen Problemen in der Chip-Branche weiter: Mit 264,3 Mio. Dollar Umsatz und einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 133,4 Mio. Dollar erzielte der IP-Hersteller eine Umsatzrendite von mehr als 50 % - ein Wert, von dem jeder einzelne ARM-Kunde einschließlich Apple nur träumen kann.

Mit 2,4 Mrd. Chips, die irgendeine ARM-IP wie CPU oder GPU enthalten, wurden in Q2 2013 20 % mehr ausgeliefert als in Q2 2012. Dies schlägt sich in den Einnahmen der sogenannten Royalities nieder (eine Gebühr pro Chip, die in % des Chip-Verkaufspreises berechnet wird, siehe Tabelle), die sogar um 24 % stiegen - eine Folge von anteilig mehr verkauften "höherwertigen" Cores wie Cortex-A.

ARM konnte seine Lizenzeinnahmen, also Gelder, die direkt bei der Lizensierung einer IP fällig werden, gegenüber Q2 2012 um 32 % auf 88,3 Mio. Dollar steigern steigern. dabei wurden Verträge für 25 Prozessoren und 5 für POP-IP abgeschlossen. 5 Lizenzen betrafen die besonders lukrativen Cortex-A-Cores (eine Lizenz ist nicht unter 1 Mio. Dollar erhältlich), eine davon die neuen 64-bit-Cores Cortex-A53/A57. Desweiteren konnte ARM 7 GPU-Lizenzen für seine Mali-IP verkaufen. Bei POP-IP handelt es sich um ein sogenannters Prozessor-Optimierungs-Paket, was bedeutet, dass ARM dem Lizenznehmer ein auf ein spezifischen Fertigungsprozesss einer spezifischen Foundry optimiertes Prozessor-Design verkauft, das damit eine Art garantierte Performance liefert. So gibt es z.B. POP-IP für den Cortex-A12 für Globalfoundries 28-nm-SLP-Prozess und TSMCs 28-nm-HPM-Prozess. Für letzteren bietet ARM auch POP-IP für die Mali-T622-GPU an.

Insgesamt konnte der Proezssor-Geschäftsbereich damit ein Wachstum um 27 % vermelden, der sogenannte Physical-IP-Geschäftsbereich setzte 30,3 Mio. Dollar um, was einem Wachstum von 19 % entspricht.

Fast konstant blieben die Umsätze mit Entwicklungssystemen, mit denen ARM 13,4 Mio. Dollar erlöste (nach 13,3 Mio. Dollar in Q2 2012). In Anbetracht der Tatsachse, dass viele ARM-Lizenznehmer ihren Kunden selbst kostenlose Entwicklungssysteme anbieten, ist auch dieser Wert nicht zu unterschätzen.

Schließlich konnte ARM auch seine Umsätze mit Services steigern, konkret um 17 % von 11,1 Mio. auf 13,0 Mio. Dollar.

Nachdem auch schon das 1. Quartal 2013 sehr erfreulich verlaufen ist, stehen im 1. Halbjahr 2013 Gesamtumsätze von 528,2 Mio. Dollar und ein Gewinn vor Steuern in Höhe von 272,8 Mio. Dollar zu Buche. Dies sind 25 % bzw. 37 % mehr als im 1. Halbjahr 2012, die Umsatzrendite stieg bezogen auf die ersten 6 Monate 2013 sogar auf 51,6 %, nachdem sie im 1. Halbjahr 2012 "nur" 48 % betragen hatte.

IP Royalty (% der Chip-Kosten)
 ARM 7/9/111,0 - 1,5 %
Cortex-A (A5/A7/A8/A9/A15)1,5 - 2,0 %
Cortex-A 64 bit (A53/A57)>2,0 % (exakte Werte unbekannt)
Mali-GPU0,75 % - 1,25 % zusätzlich
Physical-IP-Package (POP)0,5 % zusätzlich
Übersicht über die Royalty-Gebühren, die ARM als Anteil auf den Verkaufspreises jedes Chips, der ARM-IP enthält, berechnet.