QuickLogic Vom FPGA zum CSSP

Wie bei vielen Startup-Unternehmen scheiterte auch bei dem kalifornischen Chip-Designer QuickLogic 2004 der Versuch, in den FPGA-Markt vorzustossen. Nun hat man sich auf sogenannte CSSP-Chips spezialisiert, eine kostengünstige Alternative zum ASIC.

CSSP steht für "Customer Specific Standard Product" und erscheint auf den ersten Blick widersprüchlich, denn wie kann ein Standard-Produkt kundenspezifisch sein? Die Antwort: Die Chips von QuickLogic beinhalten sowohl Hard-IP-Blöcke für z.B. USB, AES-Verschlüsselung oder I2C-Schnittstelle als auch 150.000 Gatter, die von QuickLogic im Kundenauftrag in Atifuse-Technologie programmiert werden - dies ist der große Unterschied zum FPGA. Die Programmierung wird nämlich nicht vom Kunden, sondern nach Kundenvorgabe vom Hersteller vorgenommen, so dass der Kunde nur den Chip bekommt - wie bei einem ASIC. Laut QuickLogic-CEO Tom Hart ist die Firma daher auch nur an Kunden interessiert, die pro Jahr mindestens 100000 Chips abnehmen. Allerdings entfallen bei den ArcticLink II genannten Chips von QuickLogic bei bei ASICs gefürchteten hohen Einmalkosten (NREs) z.B. für die Maskensätze, zudem können die Bausteine schon nach Wochen (wenn die gewünschte IP im Hause ist) oder längstens wenigen Monaten geliefert werden. Für die Programmierung der Fabric berechnet QuickLogic eine "Summe im unteren fünfstelligen Bereich".

Die neuen Chips ArcticLink II CX zielen auf den wachsenden Markt der mobilen Geräte und sollen dort insbesondere das "Sideloading" unterstützen. Damit ist der direkte Datentransfer von bzw. zu der USB-Schnittstelle in bzw. aus dem Flash-Speicher gemeint, ohne den Applikations-Prozessor bzw. den Basisband-Prozessor einbinden zu müssen. Ein weiterer Zielmarkt sind die "Surfsticks" für Notebooks.

Erste ArcticLink-II-CX-Chips sollen ab März 2011 ausgeliefert werden.