IDF 2011 Tag 2 Ultrabooks starten in unter 5 Sekunden

Mooly Eden, Vice President und General Manager von Intels PC Client Group, hielt die Keynote am 2. IDF-Tag. Thema: Ultrabooks.
Mooly Eden, Vice President und General Manager von Intels PC Client Group, hielt die Keynote am 2. IDF-Tag. Thema: Ultrabooks.

Am zweiten Tag hielt Moody Eden, Vice President der PC Client Group, die Keynote zum Thema Ultrabook. Er zeigte nicht nur die technischen Vorteile gegenüber den heutigen Notebooks auf sondern hatte auch schon 6 Geräte zum Bestaunen dabei – der schicke MacBook Air von Apple lässt grüßen.

Eden, nach Steve Jobs‘ Rücktritt von vielen Branchen-Insidern als bester Keynoter überhaupt bezeichnet und allgemein als „der Mann mit der Mütze“ bekannt, begann seine Rede sichtlich stolz mit der Erkenntnis, dass Intels neuer Quadcore-Prozessor der Ivy-Bridge-Architektur 1,48 Milliarden Transistoren beinhaltet. Die heutigen Sandy-Bridge-Chips werden pinkompatibel zu Ivy Bridge sein. Allerdings werden ältere Sandy-Bridge-Motherboards nicht mit Ivy-Bridge-Prozessoren laufen, sondern nur umgekehrt: Ein Ivy-Bridge-System wird auch einen Sandy-Bridge-Chip aufnehmen können, was die Systementwicklungskosten für PC-Hersteller senkt.

Dann kam Eden zu den Ultrabooks. Zur allgemeinen Überraschung behauptete er ernsthaft, dass Intel bei der CPU-Definition mit Psychologen und Anthropologen zusammenarbeitete, das Ultrabook solle nämlich „die linke und rechte Gehirnhälfte des Menschen befriedigen“. Anders formuliert: Die sogenannte User-Experience soll extrem gut sein.

Dies ist bei heutigen Notebooks oft ganz und gar nicht der Fall, man denke nur an minutenlanges Aufwachen aus dem Energiesparmodus. Dank der sogenannten „Rapid Start Technology“ dauert es nur wenige Sekunden (bei der Vorführung 5 Sekunden), bis das Ultrabook wieder einsatzbereit ist.

Mit der „Smart Connect Technology“ werden Daten wie E-Mails oder soziale Netzwerke upgedatet, während sich das Gerät im Energiesparmodus befindet. Dazu weckt sich das Ultrabook selbst auf, führt das Update aus und geht dann wieder schlafen.  Die „Smart Response Technology“ führt zu verbesserten Antwortzeiten, indem eine kleine SSD als Cache für eine Festplatte arbeitet.

Interrupts, die schlafende CPU-Cores aktivieren, können nun mit Power Aware Interrupt Routing (PAIR) auch auf andere als den Core 0 geleitet werden können, wenn dieser gerade im Tiefschlaf liegt. Durch Umleitung des Interrupts auf einen bereits aktiven Core werden laut Intel 253 mW eingespart.

Eden hob hervor, dass ein Ultrabook anders als Netbooks auch für die Erzeugung von Content und nicht nur zum Konsumieren des Contents gedacht ist. Entsprechend muss die Leistung deutlich höher sein.

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IDF 2011 - Keynote von Mooly Eden

Die Keynote am 2. IDF-Tag hielt Intel-VP Mooly Eden. Er stellte die neuen Ultrabooks vor und erklärte die Vorteile gegenüber einem Standard-Notebook.

Sicherheit ist bei Notebooks ein großes Thema – schließlich kann man sein Notebook auch einmal verlieren, angeblich sollen pro Woche alleine an Flughäfen weltweit 12000 Geräte liegengelassen werden. Hierfür hat sich Intel zwei neue Technologien ausgedacht: Die Anti-Theft -Technology, die man in Zusammenarbeit mit McAfee entwickelt hat, lässt Laut Eden das Ultrabook auf Befehl „Selbstmord begehen“, wenn ein Dieb sich an ihm zu schaffen macht – gemeint ist, dass bei der nächsten Netzverbindung der Rechner den Befehl erhält, die gesamte Festplatte zu blockieren und auf Anweisung zusätzlich auch den Entschlüsselungs-Key zu zerstören.

Mit der Identity Protection Technology 2.0 wird die Sicherheit von Online-Anwendungen unterstützt. Zusätzlich zu Login-Informationen wie Benutzername und Passwort muss man hier ein weiteres Identitätsmerkmal wie etwa einen USB-Key-Speicher oder die Eingabe einer PIN, die dynamisch von einem Spezialchip oder der Managebility Engine auf dem Mainboard generiert wird und nicht von Programmen mitgelesen werden kann, beibringen. Durch die Abkopplung von Anwendungen, Betriebssystem und Frame-Puffer nützen den Kriminellen selbst ausspionierte Login-Daten nichts mehr.

Brad Carpenter von Microsoft flog direkt von Microsofts eigener BUILD-Konferenz nach San Francisco ein und zeigte dann auch Windows 8, was aber seitens der Hardware keine neuen Erkenntnisse brachte.

Ein großer Punkt beim Stromsparen ist weiterhin das Display. In Zusammenarbeit mit LG Display zeigte Intel ein Panel mit Self-Refresh-Technology. Das eDP-Display wurde mit einem klassischen LVDS-Display verglichen. Im Betrieb verbessert sich der Energieverbrauch des Displays von 2,4 auf 2,0 W. Im Idle-Betrieb macht das Display selbstständig die Refresh-Zyklen, weshalb das System in den Stromsparmodus gehen kann. Selbst beim Abnehmen des Display-Anschlusses bleibt das Bild enthalten. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll diese Technik zum Standard gehören.

Auch Thunderbold war Thema der Keynote. Nachdem Apple den neuen Standard aufgegriffen hat, kommen nun auch andere Windows-basierte PCs mit Thunderbold. In einer Demo streamte man vier HD-Videos mit insgesamt 700 MB/s über eine externe Intel-SSD mit Thunderbold.

Natürlich hatte Eden auch reale Ultrabooks schon mit Ivy-Bridge-Prozessoren mitgebracht. Auf der Bühne  standen dabei Geräte von  Foxcon, Inventec, Pegatron und Quanta - alles taiwanische Unternehmen, die für andere Hersteller Notebooks fertigen. Welche Geräte letztlich unter welche Markennamen erscheinen werden, steht noch nicht fest. Bis auf Asus, deren Nachfolger der UX-Ultrabooks schon unter eigenem Namen zu finden war. Die neue Ivy-Bridge-Architektur soll bei den Ultrabooks nicht nur für mehr Rechenleistung, sondern vor allem für längere Akkulaufzeiten sorgen. Diese sollen im März 2012 erscheinen.