Neue Mikrocontroller im September TIs Mikrocontroller-Chef stellt Cortex-M4-MCUs und Dual-Core-Automotive-Chips in Aussicht

Zur diesjährigen Embedded Systems Conference (ESC) in Boston wird Texas Instruments eine Reihe neuer 32-bit-Mikrocontroller mit ARM-Cores vorstellen - das verriet Scott Roller, Vice President und General Manager für Mikrocontroller, exklusiv vorab der Elektronik.

Texas Instruments stieg 2009 mit dem Kauf des Startups Luminary Micro für 58 Mio. Dollar in den ARM-Cortex-M3-Markt ein. Roller räumte ein, dass man mit den in einem 130-nm-Prozess gefertigten und Stellaris genannten Controllern länger gebraucht hat, in die Produktion zu kommen, als man es ursprünglich erwartet hatte. Zudem stehen sie in Benchmarks wie CoreMark von EEMBC schlechter da als die Konkurrenz von ST Microelectronics (STM32) und Freescale (Kinetis), so laufen die Chips bei Flash-Speicher-Zugriffen schneller in Wait-States. Bereits im Juli soll es neue Cortex-M3-basierte Produkte geben, die eine höhere Rechenleistung und eine geringere Leistungsaufnahme versprechen als die derzeitigen MCUs.

Im September auf der ESC in Boston soll dann laut Roller der Durchbruch erfolgen: Eine neue MCU-Familie auf Basis des Cortex-M4 wird in einem 65-nm-Prozess gefertigt werden und damit voraussichtlich bessere Leistungsdaten aufweisen als die in einem 90-nm-Prozess hergestellten STM32 und Kinetis. Die erzielbare Taktfrequenz in diesem Prozess dürfte bei mindestens 200 MHz liegen, ob TI diese allerdings ausreizen wird, wollte Roller noch nicht verraten. Insgesamt soll es um die 20 Derivate von Stellaris-MCUs mit Cortex-M4-Core geben. Wie diese im Detail aussehen, steht laut Roller noch nicht fest.

Der wichtigste MCU-Markt ist für TI ohne Zweifel das Automotive-Geschäft, immerhin erwirtschaftet man ein Drittel seines MCU-Gesamtumsatzes mit ARM-basierten Chips für das Automobil-Geschäft. Hier stellte Roller ebenfalls für September eine revolutionäre Multicore-Architektur für Safety-Anwendungen in Aussicht. Er wollte nicht verraten, welcher ARM-Core eingesetzt werden wird, es dürfte sich nach unserer Überzeugung jedoch um ARMs Cortex-R5 handeln, der Anfang des Jahres vorgestellt wurde (siehe Link unten).

Als großen Erfolg bezeichnete Roller die Einführung der MSP430-16-Low-Power-MCU mit FRAM. So habe man innerhalb von 3 Tagen 1000 Entwicklungskits verkauft. Gefragt, ob man bei TI auch alternative Speichertechnologien wie MRAM oder Phase-Change-Speicher (PCM) untersucht habe, beantwortete Roller dahingehend, dass sich die Kombination des MSP430 und FRAM für Low-Power-Anwendungen in TIs 130-nm-Prozess als am besten geeignet herausgestellt habe.

Was TI abgeht, ist eine durchgängige Core-Line von 16 zu 32 bit. Eine Migration von 16 zu 32 bit bedeutet für TI-Kunden daher, einen Architekturwechsel vornehmen zu müssen. Gefragt, ob man ggf. auch eine Cortex-M0-Linie plane, verneinte Roller. Er sagte, dass man herausgefunden habe, dass die Preisdifferenz eines Cortex-M4 und eines Cortex-M0 durch das Schrumpfen der Siliziumfläche in einem 65-nm-Prozess nur noch 1 Cent betrage. Es mache daher keinen Sinn, zusätzlich noch Cortex-M0-MCUs als Low-Cost-Alternative unterhalb des Cortex-M3/M4 anzubieten. Vielmehr setzt TI auf einen sicheren Migrationspfad vom MSP430 zur Stellaris-Familie, wozu vor allen Dingen die umfangreiche Software-Unterstützung aus dem Hause Texas Instruments beitrage.

Das höchste Wachstumspotential sieht Roller in dem Bereich "Grüne Energie" - hier sieht er TI zukünftig noch besser aufgestellt.