Chip-Riese wird noch größer Texas Instruments kauft National Semiconductor

Rich Templeton, Chairman, President und CEO von Texas Instruments: »Eine erneute Qualifikation von Produkten wird unnötig sein, weil Nationals Fertigungsstätten weiter produzieren werden. Die Bauteile werden auch weder umbenannt noch abgekündigt.«
Rich Templeton, Chairman, President und CEO von Texas Instruments: »Eine erneute Qualifikation von Produkten wird unnötig sein, weil Nationals Fertigungsstätten weiter produzieren werden. Die Bauteile werden auch weder umbenannt noch abgekündigt.«

Für 6,5 Mrd. Dollar kauft Texas Instruments den Analog-Chip-Hersteller National Semiconductor. Das teilte der texanische Halbleiter-Riese am Montag abend nach Börsenschluß mit.

Der hinter Intel zweitgrößte Chiphersteller der Welt, Texas Instruments, wird noch größer: Für 6,5 Mrd. Dollar will der Konzern den auf Analog-Chips spezialisierten Wettbewerber National Semiconductor schlucken. Die Verwaltungsräte beider Unternehmen hätten der Übernahme bereits zugestimmt, teilte TI am späten Montag nach Schließen der US-Börsen mit. Jetzt fehlt noch die Zustimmung der Wettbewerbshüter und der Aktionäre.

»Bei dieser Übernahme geht es um Stärke und Wachstum«, sagte TI-Chef Rich Templeton. Desweiteren attestierte er National, »ein exzellentes Entwicklungsteam« zu haben. Außerdem würden »die 12.000 National-Produkte künftig von einer Vertriebsorganisation verkauft, die mit 2500 Mitarbeitern zehn Mal größer ist als die von National. Auch die gesamte Fertigungskapazität der kombinierten Unternehmen wird wachsen.« Nachdem TI bereits eine 300-mm-Fab für Analogchips gebaut hatte, will man offensichtlich durch weiteres Wachstum Skaleneffekte erzielen. Kein anderer Analogchip-Hersteller hat zudem ein derart weitgefächerstes Angebot an Analogchips. »Unsere zwei Unternehmen ergänzen sich sehr gut«, kommentierte National-CEO Don Macleod.

Bis zum Abschluss der Transaktion in voraussichtlich sechs bis neun Monaten werden beide Unternehmen weiterhin unabhängig am Markt agieren. Für die Zeit danach sei ein sanfter Übergang geplant. Templeton versichert: »Eine erneute Qualifikation von Produkten wird unnötig sein, weil Nationals Fertigungsstätten weiter produzieren werden. Die Bauteile werden auch weder umbenannt noch abgekündigt.«

Die Aktionäre von National Semiconductor dürften sich indes freuen: TI bietet 25 Dollar je Aktie. Am Montag wurde sie an der Börse mit etwas über 14 Dollar gehandelt. Zudem konnte National Semiconductor von allen Analog-Spezialisten in diesem renditeträchtigen Chip-Segment in den letzten Quartalen die geringste Umsatzrendite erzielen.