Abwanderung zu Microsoft verhindert Steve Mollenkopf wird neuer CEO bei Qualcomm

COO Steve Mollenkopf - hier bei einem Vortrag auf Qualcomms Entwicklerkonferenz Uplinq - wird im März 2014 neuer CEO und Nachfolger Dr. Paul Jacobs.
COO Steve Mollenkopf - hier bei einem Vortrag auf Qualcomms Entwicklerkonferenz Uplinq - wird im März 2014 neuer CEO und Nachfolger Dr. Paul Jacobs.

Einen Paukenschlag gab es beim kalifornischen Chip-Hersteller Qualcomm. CEO Dr. Paul Jacobs, Sohn von Firmengründer Irwin Jacobs, wird im März 2014 zurücktreten und durch COO Steve Mollenkopf ersetzt. Mollenkopf war zuvor bei Microsoft als Kandiat auf die Nachfolge von Steve Ballmer gehandelt worden.

Möglicherweise wollte Qualcomm mit diesem ungewöhnlichen Schritt die Abwanderung seines zweifellos sehr erfolgreichen COOs zu Microsoft verhindern – an der Erfolglosigkeit von Jacobs kann die Umstrukturierung kaum gelegen haben: Immerhin formte er nach dem Rücktritt von seinem Vater Irwin Jacobs im Jahr 2005 in seiner Amtszeit bis heute Qualcomm nach Intel und Samsung zum drittgrößten Chip-Hersteller der Welt mit über 31.000 Mitarbeitern und 25 Mrd. Dollar Umsatz - 2005 betrug er noch 6 Mrd. Dollar. Der Marktwert von Qualcomm verdoppelte sich in Jacobs' Amtzeit von 60 auf 120 Mrd. Dollar - trotz der Finanzkrise im Jahr 2008.

Der 44-jährige Mollenkopf soll im kommenden März die Führung bei Qualcomm übernehmen, wie das US-Unternehmen am Freitag mitteilte. Er war bisher für das operative Geschäft zuständig. Der bisherige Konzernlenker Dr. Paul Jacobs soll in einer neuen Position die Strategie weiterhin mitentwickeln. Qualcomm ist der weltgrößte Hersteller von Kommunikations-Chips und Applikationsprozessoren für Smartphones und Tablets. Mollenkopf studierte Elektrotechnik zunächst der Virginia-Tech-Universität (Abschluss Bachelor of Science) und machte dann seinen Master an der University of Michigan.

Kurz zuvor hatte die Finanznachrichtenagentur Bloomberg Mollenkopf als einen Kandidaten für den Chefposten bei Microsoft genannt. Dort wird ein Nachfolger für Konzernchef Steve Ballmer gesucht, der sich bis spätenstens nächsten Sommer zurückziehen will. Das Geschäft mit Smartphones und Tablets gilt angesichts niedriger Marktanteile des Handy-Betriebssystems Windows Phone als Achillesverse des Konzerns. Mollenkopfs Kompetenzen hätten also durchaus nützlich sein können. Microsoft will laut Informationen aus dem Konzernumfeld möglichst noch 2013 einen Nachfolger für Ballmer finden. Lange wurde Ford-Chef Alan Mulally als aussichtsreicher Kandidat gehandelt, doch zuletzt hieß es, er wolle bis Ende 2014 bei dem Autokonzern bleiben. Als weitere Anwärter gelten der frühere Nokia-Chef Stephen Elop, der mit der Übernahme des Handy-Geschäfts der Finnen zum Windows-Konzern zurückkehrt, sowie Microsofts Cloud-Chef Satya Nadella. Zwischenzeitlich war auch von mehreren anderen Kandidaten wie Ex-Skype-Chef Tony Bates die Rede.