Weltweite Trauer um das Computer-Genie Steve Jobs ist tot

Im Alter von 56 Jahren ist Apple-Gründer Steve Jobs seinem Krebsleiden erlegen - nur einen Tag nach der Präsentation des neuesten iPhone 4S. Jobs galt als Visionär und kreatives Genie, der Apple hinter Coca-Cola zur zweitwertvollsten Marke der Welt machte. Nicht nur die Apple-Community fragt sich, wie es nach Jobs' Tod mit Apple weitergeht.

Steve Jobs, der seit langem an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, hat den Kampf im Alter von nur 56 Jahren verloren. Jobs starb bei seiner Familie in Palo Alto (Kalifornien).

In einer E-Mail an die Mitarbeiter verkündete der neue CEO Tim Cook Jobs’ Tod: „Ich muß Euch allen eine traurige Nachricht mitteilen. Steve ist von uns gegangen. Steve hinterlässt eine Firma, die nur er hatte bauen können. Sein Geist wird für immer der Grundstein von Apple sein“.

"Apple hat einen Visionär und ein kreatives Genie verloren", erklärte der Konzern weiter. „Die von uns das Glück hatten, Steve gekannt und mit ihm gearbeitet zu haben, haben einen lieben Freund und inspirierenden Mentor verloren." Unter der Erklärung wurde eine E-Mail-Adresse eingerichtet, wo trauernde Fans ihre Kondolenzbekundungen und "Erinnerungen" an Steve Jobs hinterlassen können: rememberingsteve@apple.com.

Bis zuletzt hatte es noch Gerüchte gegeben, dass Jobs am 4.Oktober als Überraschungsgast bei der Präsentation des neuen iPhone 4S in der Firmenzentrale in Cupertino blicken lassen könnten. Stattdessen trat jedoch CEO und Jobs-Nachfolger Tim Cook zur Enttäuschung der Apple-Community alleine auf die Bühne.

Am 24. Februar 1955 wird Jobs in Green Bay (US-Staat Wisconsin) geboren. Aufgewachsen im Silicon Valley, wo ihn seine ledige Mutter zur Adoption freigegeben hatte, geht Steven Paul Jobs in Cupertino, dem jetzigen Firmensitz von Apple, zur Schule. Nach der Schule jobbte er bei Hewlett-Packard, brach das College ab, verdiente Geld mit Dosenpfand, verköstigte sich umsonst bei den Hare-Krishna-Jüngern, arbeitete 1974 beim Computerspiele-Hersteller Atari, fährt dann für mehrere Monate nach Indien. Als er zurückkommt, hat er eine Idee, ein Ziel. Am 1. April 1976 gründet er gemeinsam mit seinem Freund Steve Wozniak die Garagenfirma Apple. Die beiden Technik-Freaks wollen einen Computer entwickeln, den auch Privatnutzer und Laien bedienen können.

Schon der zweite Computer, der Apple II, bringt einen Technologiesprung. Mit dem Börsengang 1980 wird der Studienabbrecher zum Multimillionär. 1983 wirbt Jobs um den Pepsi-Chef John Sculley für den Vorstandsposten mit der Frage: „Willst du den Rest deines Lebens damit verbringen, Zuckerwasser zu verkaufen oder willst du eine Chance, die Welt zu verändern?“

Ein Jahr später kommt der Macintosh auf den Markt – der erste Computer mit einer grafischen Benutzeroberfläche. Doch dieser war teuer, sperrig, ein Ladenhüter. Apples Umsätze brachen ein, der Konzern musste Stellen streichen. Jobs war schon damals berüchtigt für seine schwierige Natur. Er galt als herrisch, sprunghaft und launisch, überwarf sich schließlich mit Sculley und dem Apple-Aufsichtsrat, der ihn 1985 nach einem internen Machtkampf feuerte.

Daraufhin gründete Jobs die Firma NeXT, deren Software zur Grundlage der heutigen Apple-Software Mac OS X wurde. NeXT wurde von Apple später gekauft und bringt den Konzern-Mitbegründer wieder zu Apple zurück.

Damit begann Apples Aufstieg in den Elektronik-Olymp. Im Mai 2001 eröffnete der erste Apple-Store, und die Marke wurde zum globalen Konsum-Kultsymbol. Erst der iPod, daraufhin iTunes, welches das etablierte Musikgeschäft revolutinonierte. Nach dem iPod folgte das iPhone und dann das iPad. US-Präsident Barack Obama war, wie er kürzlich offenbarte, einer der ersten, der ein iPad von Jobs geschenkt bekam, lange vor der offiziellen Premiere. Nebenbei gab es noch MacBooks aller Art, legendär ist die Präsentation des ultraflachen MacBook Air, das Jobs aus einem Briefumschlag hervorholte.

Jobs ließ es sich nicht nehmen, alle Produkte in seinem typischen Outfit mit Jeans, schwarzem Rollkragenpullover und Turnschuhen persönlich vorzustellen – meistens am Ende der Präsentation mit dem Satz „One more thing“ eingeleitet. Nach seinen Auftritten campierten weltweit tausende Menschen vor den Apple-Stores, um als erste die neuen Gadgets in Empfang nehmen zu dürfen.

Ganz nebenbei gründete Jobs noch das Animationsstudio Pixar, das Kinoerfolge wie „Toy Story“ oder „Ratatouille“ produzierte.

2004 diagnostizieren die Ärzte bei Jobs Bauchspeicheldrüsen-Krebs. 2008 wird es dann schlagartig schlechter. Steve Jobs wird immer dünner. Nach einer Lebertransplantation 2009 nimmt er sich eine Auszeit, im Sommer 2011 tritt er als Apple-Chef ganz zurück und übergibt das Ruder an Tim Cook.

Zahlreiche Weggefährten, aber auch Konkurrenten äußersten sich betroffen über Jobs' Tod. Google-Mitbegründer Larry Page sagte: „Er war ein brillanter Mensch, der Unglaubliches erreicht hat. Sein Fokus auf die Benutzererfahrung vor allem anderen war immer eine Inspiration für mich. Als ich Chef von Google wurde, bot er mir Hilfe und Unterstützung an, obwohl es ihm alles andere als gut ging. Meine Gedanken und die von Google sind bei seiner Familie und Apple“ und Microsoft-Gründer Bill Gates: „Ich habe Steve vor 30 Jahren zum ersten Mal getroffen. Wir waren Kollegen, Konkurrenten und Freunde. Selten erlebt die Welt jemanden, der so viel Einfluss auf sie hatte wie Steve. Auch auf die Generationen, die noch kommen." Auch der derzeitige Microsoft-Chef Steve Ballmer erklärte „mein tiefstes Mitgefühl über den Tod von Steve Jobs, einem der Gründer unserer Industrie und ein wahrer Visionär. Mein Herz ist bei seiner Familie, jedem bei Apple und jedem, der von seiner Arbeit berührt wurde.“

Ähnlich äußere sich auch Facebook-Gründer Mark Zuckerberg: „Danke, Steve. Dafür, dass du ein Mentor und Freund warst. Danke, dass du gezeigt hast, dass das, was man erschafft, die Welt verändern kann. Ich werde dich vermissen." US-Präsident Barack Obama ließ sich wie folgt zitieren: „Michelle und ich waren sehr traurig, als wir von Steve Jobs' Tod erfahren haben. Steve war einer der größten amerikanischen Erfinder – mutig genug, anders zu denken, kühn genug, daran zu glauben, dass er die Welt verändern kann und talentiert genug, um es zu tun."

Und last but not least sagte Apple-Mitbegründer Steve Wozniak: „Manche Menschen haben Ziele im Leben. Steve Jobs hat jedes Ziel, das er sich je gesetzt hat, übertroffen.“