Neues Sparprogramm aufgelegt ST Microelectronics mit Umsatzrückgang, aber leichtem Gewinn

Der größte europäische Chip-Hersteller ST Microelectronics musste auch im 3. Quartal 2014 einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Immerhin wurde - wenn auch nur wenig - Geld verdient.

Mit 1,886 Mrd. Dollar Umsatz verfehlte ST Microelectronics die 2,013 Mrd. Dollar aus dem 3. Quartal 2013 um 6,3 %. Entscheidender für das Management um CEO Carlo Bozotti dürfte allerdings sein, dass ST nach einer langen Durststrecke, in welcher millardenschwere Verluste aufgelaufen waren, nach dem zweiten auch in einem dritten Jahresquartal wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt ist: Statt 142 Mio. Dollar Verlust (Q3 2013) konnte ST im 3. Quartal 2014 einen Gewinn in Höhe von 72 Mio. Dollar verbuchen, die Umsatzrendite liegt freilich mit 3,8 % deutlich unter der sämtlicher Wettbewerber.

Während der Geschäftsbereich SP&A (Sense&Power and Automotive Products) den Umsatz steigern konnte (1,218 Mrd. Dollar gegenüber 1,205 Mrd. Dollar in Q3 2013), musste der Bereich EPS (Embedded Processing Solutions) kräftig Federn lassen: 663 Mio. Dollar Umsatz gegenüber 802 Mio. Dollar in Q3 2014 bedeutet einen Umsatzrückgang von mehr als 17 %, dazu trat ein operativer Verlust in Höhe von 27 Mio. Dollar ein, weshalb ST für diesen Geschäftsbereich ein neues 100 Mio. Dollar umfassendes Sparprogramm aufgelegt hat.

Der Anteil der Verkäufe über Distributoren stieg im Vergleich zum Vorjahr von 25 auf 32 %. Rückläufig waren die Investitionen in Forschung&Entwicklung, statt 21 % des Umsatzes wurden nur noch 20,1 % reinvestiert, was absolut gesehen in STs Wettbewerbsumfeld immer noch ein sehr hoher Wert ist und deutlich zeigt, dass CEO Bozotti ST nicht "kaputtsparen" will.

Verschlechtert hat sich allerdings STs Finanzlage: Zwar stiegen die frei verfügbaren Geldmittel in den letzten 12 Monaten von 1,484 auf 2,1 Mrd. Dollar, in noch höherem Maße allerdings auch die Verbindlichkeiten von 787 Mio. auf 1,966 Mrd. Dollar. Die sogenannte Net Financial Position, also die Differenz zwischen Finanzmitteln und Verbindlichkeiten, reduzierte sich somit von 739 auf 494 Mio. Dollar. Im Vergleich zu einigen von Milliardenschulden geplagten Wettbewerbern steht ST damit allerdings immer noch gut dar, zumal hohe Vermögenswerte z.B. in Form von Fabs für ein hohes positives Eigenkapital sorgen.

Für das 4. Quartal erwartet ST einen weiteren Umsatzrückgang in Höhe von 3,5 Prozent.