Erneute Millionenverluste ST Microelectronics auch im 2. Quartal 2013 unprofitabel

Der französisch-italienische Halbleiter-Hersteller ST Microelectronics mit Sitz in den Niederlanden konnte im 2. Quartals 2013 zwar seinen Umsatz gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres fast konstant halten, am Ende stand mit minus 152 Mio. Dollar jedoch ein erneuter Verlust zu Buche. Auch die Geldreserven schmelzen weiter.

Mit 2,034 Mrd. Dollar Umsatz in Q2 2013 konnte ST den Umsatz von Q2 2012 (2,140 Mrd. Dollar) zwar nicht ganz erreichen, steht mit minus knapp 5 % von Seiten der Umsatzentwicklung besser dar als einige andere Chip-Hersteller – zu nennen sind hier u.a. AMD, Intel und Texas Instruments.

Trotz Einsparungen u.a. im Bereich Forschung und Entwicklung, der von 617 Mio. auf 453 Mio. Dollar zurückgefahren wurde (damit allerdings immer noch über 20 % des Umsatzes beträgt), musste ST erneut mit minus 152 Mio. Dollar einen dreistelligen Millionenverlust hinnehmen. Die Geldreserven gingen auf 1,583 Mrd. Dollar zurück, nachdem sie Ende 2012 noch 2,25 Mrd. Dollar betragen hatten.

Erfreulich entwickelte sich der Umsatz im Geschäftsbereich Sensorik, Power und Automotive (SPA), der getrieben durch primär das MEMS-Geschäft mit 1,209 Mrd. Dollar seinen Umsatz gegenüber Q2 2012 sogar leicht von 1,156 Mrd. Dollar steigern konnte. Sorge dürfte ST jedoch die Profitabilität machen: Gerade einmal 42 Mio. Dollar operativen Gewinn fuhr SPA in Q2 2013 ein.

Wie nicht anders zu erwarten, musste der von dem verlustreichen Joint-Venture ST-Ericsson betroffene Geschäftsbereich Embedded Processing und Wireless mit 824 Mio. Dollar Umsatz nicht nur bei den Einnahmen einen Rückgang hinnehmen (von 981 Mio. Dollar in Q2 2012), sondern mit minus 106 Mio. Dollar auch wieder einen hohen operativen Verlust. ST-Ericsson wird ja nach fortlaufenden jahrelangen hohen Verlusten im August 2013 geschlossen werden.

Um die Profitabilität zu erhöhen, kündigte CEO Carlo Bozotti an, zum einen Produkte mit geringen Margen aus dem Produktportfolio zu entfernen und die Chip-Fertigung zu restrukturieren. Während alte 200-mm-Fertigungslinien in Singapore und im sizilianischen Catania geschlossen werden sollen, will ST eigene 300-mm-Linien ausbauen und bei Leading-Edge-Produkten verstärkt auf Foundries setzen. Die europäischen Wettbewerber Infineon und NXP hatten schon vor Jahren angekündigt, ab einer bestimmten Prozessgeometrie nur noch bei Foundries fertigen zu lassen – im Fall von Infineon betrifft dies z.B. alle Chips unterhalb einer 90-nm-Struktur.