Umsatzrückgang und immer noch Verluste ST Ericsson belastet ST Microelectronics Quartalsergebnis

Der energieeffiziente Mikrocontroller STM32 kommt künftig in der Smartwatch Pebble zum Einsatz und soll für eine ausdauernde Akkulaufzeit sorgen.
Einer der bemerkenswertesten Desing-Wins für den Mikrocontroller STM32 im abgelaufen Quartal war in der Smartwatch Pebble.

Der europäische Halbleiterhersteller ST Microelectronics verbuchte im 3. Quartal 2013 gegenüber dem gleichen Vorjahreszeitraum einen leichten Umsatzrückgang und einen Verlust in Höhe von 125 Mio. Dollar. Dieser fällt deutlich geringer aus als der Vorjahresverlust.

Mit 2,013 Mrd. Dollar Umsatz kam ST Microelectronics nicht an die 2,12 Mrd. Dollar von Q3 2012 heran und verbuchte damit einen Umsatzrückgang von 7,1 %. Der Geschäftsbereich Sense & Power and Automotive Products (SP&A) wuchs allerdings von 1,175 Mrd. Dollar auf 1.205 Mrd. Dollar, während Embedded Processing Solutions (EPS) von 980 Mio. auf nur noch 802 Mio. Dollar abstürzte.

Hier muss man jedoch genau hingucken: Während die Bereiche Imaging, BiCMOS, ASIC and Silicon Photonics (IBP) und Microcontrollers, Memory & Security (MMS) zulegen konnten, ging vor allen Dingen die Umsätze im Bereich Wireless (WPS) deutlich zurück – eine Folge des Ausstiegs von ST Microelectronics aus dem Joint-Venture ST-Eriscsson, der bilanztechnisch nun endlich zum 1.9.2013 vollzogen werden konnte.

Seitens des Umsatzes sieht daher die ST-Bilanz schlechter aus, als sie wirklich ist – in allen strategisch adressierten Wachstumsmärkten konnte man zulegen.

Natürlich haben insbesondere die Umsatzrückgänge im Wireless-Bereich auch in den Vorquartalen auf das Gesamtjahr 2013 durchgeschlagen: In den ersten 9 Monaten steht ein Umsatz von rund 6 Mrd. Dollar zu Buche gegenüber rund 6,3 Mrd. Dollar im Vorjahr. Es ist daher auch nicht zu erwarten, dass ST in 2013 den Umsatz von 2012 erreichen wird.

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Aufgeschraubt: die Pebble-Smartwatch

Das Uhrwerk der Pebble Smartwatch wurde offen gelegt und bringt Licht und Schatten zum Vorschein. Einige Chips sorgen für Verwirrung, während man nach Zahnrädchen vergeblich sucht.

Mit einem Verlust in Höhe von 142 Mio. Dollar in Q3 2013 konnte zwar der dramatische Verlust in Höhe von 804 Mio. Dollar in Q3 2012 deutlichst reduziert werden, primär auf Grund des ST-Ericsson-Dramas kumulieren sich die Verluste im Gesamtjahr 2013 damit auch schon wieder auf 453 Mio. Dollar an – was natürlich im Vergleich zu den 1,3 Mrd. Dollar Verlust in den ersten 9 Monaten des Jahres 2012 schon einen deutlichen Fortschritt darstellt.

Nichtsdestotrotz schlagen die fortlaufenden Verluste auch auf die Geldreserven durch: Hatte ST Ende 2012 noch 2,25 Mrd. Dollar auf der hohen Kante, reduzierten sich die Bestände jetzt auf 1,434 Mrd. Dollar. Immerhin konnte man damit zumindest zum Teil kurzfristige Verbindlichkeiten tilgen, so dass sich die Gesamtschuldensituation entspannt hat: Statt 4 Mrd. Dollar stehen nur noch 3,5 Mrd. Dollar in den Büchern.

Immerhin hat ST die Investitionen in Forschung&Entwicklung auf einem überdurchschnittlichen Niveau gehalten: Mit 423 Mio. Dollar in Q3 2013 wurden 21 % des Umsatzes reinvestiert, zwar weniger als die 26,7 % im Vorjahr, aber immer noch deutlich über dem Branchendurchschnitt.