IBM/Globalfoundries: Spekulationen um Verkauf der IBM-Chipfertigung

Schon lange bevor die ehemalige AMD-Fertigung in die Foundry Globalfoundries ausgegründet wurde, gab es Gerüchte um eine enge Zusammenarbeit mit der IBM-Chipfertigung. Der Berater Boris Petrov vermutet, dass IBM seine Fabs an Globalfoundries verkaufen wird.

Die Petrov-Gruppe ist ein Strategie-Beratungsunternehmen und in Palo Alto, Kalifornien, im Silicon Valley angesiedelt. Wie deren Chef Boris Petrov nun ausführte, besitze IBM zwar weltweit führendes Know-how bei der Halbleiter-Entwicklung, habe es aber nicht geschafft, die Kosten der eigenen Fertigung an die veränderten Marktbedingungen anzupassen. Laut Petrov hat hier insbesondere das Halbleiter-Wachstum im Konsumer-Markt Probleme bereitet: Die Chips müssen schlichtweg immer billiger verkauft werden.

Als Lösung sieht Petrov den Verkauf der IBM-Fertigung an Globalfoundries, für den vor allen folgende Argumente sprechen: Globalfoundries gehört zur IBM-Allianz, welche gemeinsam an neuen Prozessen forscht. Desweiteren hat Globalfoundries im Jahr 2009 Chartered Semiconductor aus Singapur übernommen (für Chartered war Petrov selbst lange tätig), in Dresden die Fab 1 ausbaut und in East Fishkill (US-Bundesstaat New York) mit dem Bau der Fab 2 begonnen, in welcher 28-nm-Chips und Wafer in den folgenden kleineren Prozessgeometrien gefertig werden sollen. Es ist daher offensichtlich, dass die arabischen Mehrheitseigner von Globalfoundries fleissig investieren.

IBM hat dagegen die Kapazität der 2002 fertig gestellten 300-mm-Fab in East Fishkill, die nur etwas mehr als 100 Meilen von der Globalfoundries-Fab-2 entfernt ist, nicht nennenswert erweitert. Zudem hat IBM bereits in Teile des Standortes in einem Sale-and-Lease-Back-Verfahren, bei dem Besitztümer an eine Leasinggesellschaft verkauft und dann zurückgeleast werden, an die Advanced Technology Real Estate Group (ATREG) des Immobilien-Spezialisten Colliers International verkauft.