Größter Quartalsumsatz seit 3 Jahren Samsung baut Führung im DRAM-Markt aus

Das Marktforschungsunternehmen Gartner hat den weltweiten DRAM-Umsatz im ersten Quartal 2010 zusammengefasst. So konnte Marktführer Samsung seinen ohnehin schon hohen Marktanteil weiter ausbauen und den Abstand zur Nummer zwei, Hynix, weiter vergrößern. Derweil zeichnet sich eine Speicherknappheit ab, die zu weiter steigenden Preisen führen dürfte.

Im ersten Quartal 2010 konnten die taiwanischen DRAM-Hersteller ProMOS und Powerchip die höchten Wachstumsraten erzielen: Ihr Umsatz stieg bezogen auf das Vorquartal um 42,9 bzw. 23,4 Prozent. Ihre Marktanteile blieben, da diese Steigerungen von einer geringen Basis kamen, allerdings im Vergleich zu den vier führenden Firmen Samsung, Hynix, Elpida und Micron bescheiden: 1,4 bzw. 4,8 Prozent.

Powerchip konnte immerhin um einen Rang auf Platz 5 vorrücken, was u.a. an der Einführung eines neuen 65-nm-Prozesses liegt, den man von Elpida übernommen hat. Leidtragender war der taiwanische Rivale Nanya, der auf Platz 6 zurückfiel. Der Grund war, dass Nanya seine Fabs während des ersten Quartals auf einen neuen Prozess umgestellt hatte und daher weniger fertigen konnte.

Seine führende Position konnte der koreanische Hersteller Samsung weiter ausbauen: Obwohl das Quartalswachstum "nur" 18,5 betrug, stieg der Umsatz auf über 3 Mrd. Dollar, was einem Marktanteil von 32,1 Prozent entspricht. Verfolger Hynix konnte nur um 6,8 Prozent zulegen und verlor 0,6 Prozent Marktanteil auf jetzt 21,2 Prozent. Noch schlechter erging es Elpida: Die Japaner waren neben Nanya der einzige Hersteller, der im Vergleich zum Vorquartal Verluste einstecken musste: Minus 2,6 Prozent bedeuten im Ergebnis statt 18,9 nur noch 16,7 Prozent Marktanteil.

Insgesamt beherrschen die Top-10-Hersteller 97,7 Prozent des Weltmarktes. Das Gesamtwachstum im DRAM-Markt betrug 10 Prozent gegenüber dem Vorquartal und 165 Prozent gegenüber dem ersten Quartal des Jahres 2009, die erzielten 9,5 Mrd. Dollar bedeuten den größten Quartalsumsatz seit 3 Jahren.

Während die ausgelieferte Bit-Menge um 5,9 Prozent zunahm, konnte sich die Industrie vor allen Dingen über eine weitere Preissteigerung um 4 Prozent freuen. Das ist insofern beachtlich,  da die Preise im Vorquartal bereits um 17,5 Prozent geklettert waren. Laut der Marktforschungsfirma Semico Research zeichnet sich sogar schon eine Speicher-Knappheit am Horizont ab: Wegen fehlender Investitionen in Produktionsequipment in den letzten 24 Monaten verbunden mit einem starken PC-Markt werden weitere Preissteigerungen erwartet.

Die Ausgaben in neue DRAM-Produktionsanlagen werden nach Aussage der taiwanischen Marktforschungsfirma DRAMexchange Technology im Jahr 2010 eine Summe von 7,85 Mrd. Dollar erreichen, was gegenüber den 4,3 Mrd. Dollar des Jahres 2009 eine Steigerung von 80 Prozent bedeutet.