Wachstum ungebremst Quartalszahlen: ARM legt im Embedded-Bereich weiter zu

ARMs CEO Simon Segars kann auf ein erfolgreiches Jahr 2013 zurückblicken.
ARMs CEO Simon Segars kann auf ein erfolgreiches 3. Quartal 2014 zurückblicken.

Der Prozessor-Entwickler ARM konnte sein Wachstum auch im 3. Quartal 2014 fortsetzen. Die Umsatzrendite erreichte dabei einmal mehr schwindelerregende Höhen, zudem konnten neue Kunden für Abonnement-Lizenzen gewonnen werden.

Einige seiner Lizenznehmer dürften mit Neid auf die Prozessorschmiede ARM blicken: Mit 320,2 Mio. Dollar Umsatz im 3. Quartal 2014 wurde der Wert von Q3 2013 um 12 % übertroffen. Gleiches gilt für den Gewinn, der von 144,45 Mio. Dollar auf 165,96 Mio. Dollar angestiegen ist. Damit hat ARM eine Umsatzrendite von 51,8 % vor Steuern erzielt, ein Wert, von dem selbst hochrentable Unternehmen wie Linear Technology nur träumen können.

Schaut man ins Detail, stellt man fest, dass ARM im 3. Quartal 2014 alleine 43 neue Prozessor-Lizenzen (inklusive 4 für Mali-GPUs) verkaufen konnte. Davon betrafen 22 die Mikrocontroller-Familie Cortex-M, 11 die Applikations-Prozessoren Cortex-A und 3 die echtzeitfähigen Cortex-R-Cores. Daneben konnten zwei Abonnements-Lizenzen verkauft werden (d.h. die Lizenznehmer erhalten automatisch in dem abonnierten Bereich neue IP).

Interessant ist dabei, dass von den 43 Lizenzen deren 15 an neue Kunden gingen, die zuvor noch keinen ARM-Core lizensiert hatten - ein deutliches Zeichen, dass sich die Architektur immer weiter ausbreitet. Von den Cortex-A-Lizenzen betrafen 7 die neuen 64-bit-Cores Cortex-A53/A-57.

Die Lizenzeinnahmen stiegen folgerichtig in Q3 2014 um 16 % gegenüber Q3 2013, während die Royalties (also die Einnahmen, die pro verkauftem Chip durch einen von ARMs Lizenznehmern zu entrichten sind) nur um 9 % anstiegen - was immer noch deutlich über dem Gesamtmarkt liegt, der in diesem Zeitraum nur um 6-7 % gewachsen ist. Mit anderen Worten: Es wurden überdurchschnittlich viele Chips mit ARM-IP verkauft.

Die Einnahmen mit Tools stiegen um 11 % auf 13,4 Mio. Dollar unverändert, die Service-Leistungen gingen um 2 % auf 14,1 Mio. Dollar zurück.

Da ARM schon seit Jahren extrem hohe Renditen einfährt, ist es wenig verwunderlich, dass die Bilanz kerngesund ist: Kurzfritig in Geld umwandelbaren Vermögenswerten von 1,37 Mrd. Dollar stehen Verbindlichkeiten von lediglich 449 Mio. Dollar gegenüber. Ingesamt hat ARM sogar Vermögenswerte von 2,84 Mrd. Dollar in der Bilanz stehen.

Rekordverdächtig sind in Q3 2014 auch ARMs Investitionen in Forschung&Entwicklung gewesen: Mit 28,3 % des Umsatzes wurden die 27 % des Vorjahresquartals nochmals angehoben und jeder einzelne ARM-Lizenznehmer deutlichst übertroffen, die in der Regel zwischen 10 und 20 % des Umsatzes in F&E reinvestieren.

Embedded wächst und wächst

Wenn man sich die Marktanteile von ARM-Chips in den einzelnen Geschäftsbereichen anschaut, ist eine Entwicklung deutlich ablesbar: Der Embedded-Bereich erzielte mit einem Anteil von 38 % (gegenüber 29 % in Q3 2013) getrieben primär durch Cortex-M-Mikrocontroller einen Allzeit-Rekordwert. 2010 lag der Anteil der Embedded-Chips im 3. Quartal noch bei 18 % und 61 % SoCs für Mobilgeräte - jetzt beträgt deren Anteil "nur" noch 40 %. Das heißt, dass sowohl der Gesamtmarkt für ARM-Chips gewachsen ist, also auch der Anteil im Embedded-Markt.

Relativ stabil über einen langen Zeitraum sind die Marktanteile von Chips für Enterprise- und Home-Anwendungen mit 17% bzw. 5 %.

Im Jahr 2015 hat ARM seine Mannschaft um 411 Köpfe auf jetzt 3.244 Mitarbeiter vergrößert, von denen die meisten in Forschung & Entwicklung arbeiten.