Einstieg ins Server-Geschäft Qualcomm sucht Chip-Designer für ARM-basierte Server-Chips

Noch vor einem halben Jahr wollte bei Qualcomm nicht einmal CEO Dr. Paul Jacobs Stellung zu geplanten Server-Prozessoren nehmen, jetzt hat sich der Chip-Hersteller durch Stellenanzeigen selbst verraten. Mit 64-bit-ARMv8-SoCs auf Basis eines vermutlich selbst designten Cores wird der Druck auf mindestens sieben andere Konkurrenten nicht geringer.

Die Stellenzeigen von Qualcomm sind auf diversen Karriereportalen abrufbar, sogar eine Zeitarbeitsfirma sucht den Standort in Raleigh (Bundesstaat South Carolina), wo auch das Design-Team für Qualcomms “Krait”-Cores, die in den High-End-Snapdragon-Chips für Smartphones und Tablets zum Einsatz kommen, angesiedelt ist. Neben Raleigh gibt es aber auch Angebote für den Standort San Diego in Kalifornien, wo Qualcomms Firmenzentrale ist, und die texanische Stadt Austin in Nachbarschaft zu Freescale.

Die ARMv8-Architektur bezieht sich auf den 64-bit-Befehlssatz, den ARM Ende 2011 angekündigt hatte. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass Qualcomm auf seinen SoCs die von ARM im Oktober 2012 vorgestellten Cores Cortex-A53 und –A57 einsetzen wird, sondern dank seiner ARM-Architekturlizenz wie schon bei “Krait” und dessen Vorgänger “Scorpion” einen eigenen Core entwickeln wird, der ein besseres Verhältnis von Rechenleistung zu Leistungsaufnahme bieten wird als die Originale von ARM.

Neben Qualcomm entwickeln bereits AMD, Applied Micro, Cavium, Calxeda, marvell, Nvidia und Samsung ARM-basierte Server-Chips, daneben vermutlich auch der chinesische Hersteller Huawei, der bereits Ende 2012 diesbezügliche Stellenanzeigen veröffentlicht hatte.

Die ersten Chips werden 2014 verfügbar sein, wobei Calxeda und Marvell bereits heute 32-bit-ARM-basierte SoCs für Server liefern, die Einzug in Geräte von HP, Dell und Mitac, einem taiwanischen Hersteller, gefunden haben. Großen Erfolg haben sie damit zumindest bislang allerdings nicht.