Rekorde wohin man nur schaut Prozessorhersteller ARM ist jetzt eine Milliarden-Dollar-Company

ARMs CEO Simon Segars wünscht sich mehr Gründer von "Garagenfirmen", um das Internet der Dinge voranzutreiben.
ARMs CEO Simon Segars kann auf ein Rekord-Geschäftsjahr 2013 zurückblicken.

Der Prozessorhersteller ARM hat im Geschäftsjahr 2013 erstmals in seiner Firmenhistorie einen Umsatz von über 1 Mrd. Dollar erzielt, dazu wurde auch die Marke von 1.000 verkauften Lizenzen übertroffen. Der Umsatzanteil bei Embedded-Applikationen erreichte zudem erstmals 30 Prozent.

Mit 1,117 Mrd. Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2013 konnte ARM den Vorjahreswert (913,1 Mio. Dollar) um 22 % steigern, dazu wurde vor Steuern ein Gewinn von 567,84 Mio. Dollar erwirtschaftet und damit eine Umsatzrendite von über 50 % erreicht. Die gesamte Chipinsturie erreichte im Jahr 2013 ein Wachstum von 4 % und wurde somit von ARM um 18 % übertoffen.

Das stärkste Wachstum innerhalb der einzelnen Geschäftsbereiche erzielte das Prozessor-Lizenzgeschäft, das gleich um 35 % zulegte. Bei den Royalties, also den Einnahmen, die ARM pro verkauftem Chip von seinen Lizenznehmern kassiert, betrug das Wachstum "nur" 20 %, was auf einen andauernden Preisverfall bei den Halbleitern zurückzuführen ist. Die Services wuchsen um 20 % und der Umsatz mit Software&Tools um 5 %.

Insgesamt konnte ARM 2013 121 neue Lizenzen verkaufen, davon 88 an bereits existierende und 33 an neue Lizenznehmer. Damit übertraf man mit 1.062 insgesamt verkauften Lizenzen 2013 auch die 1.000-Marke. Mehr als die Hälfte betrifft die "klassischen" ARM-Cores, also ARM7, ARM9, ARM10 und ARM11, gefolgt von den Mikrocontroller-Cores Cortex-M (21 Lizenzen) und den Applikations-Prozessoren Cortex-A (162 Lizenzen).

Immerhin 16 Architekturlizenzen konnte ARM in seiner Firmengeschichte bis heute verkaufen, die bekanntesten Lizenznehmer sind Apple und Qualcomm.

Interessante Veränderungen gab es bei den ausgelieferten Chips durch ARMs Lizenznehmer. Erstmals erreichten Chips mit Cortex-M-CPUs die Marke von 30 % und setzen sich an die Spitze aller ARM-Cores. Der Anteil von ARM7-basierenden Chips sank auf 28 %. Entsprechend stieg auch der Anteil des Embedded-Marktes an ARMs Gesamtumsatz: 32 % aller Einnahmen kamen 2013 aus dem Emebdded-Sektor, der Umsatzanteil im Mobikgeräte-Markt sank auf 46 %. Zum Vergleich: Ende 2010 stand der Mobilgeräte-Markt noch für 62 % von ARMs Umsatz, Embedded kam lediglich auf 19 %. Die Folge dieser Verschiebungen sind auch innerhalb der Firma bereits spürbar - z.B. indem der Geschäftsbereich Embedded eine höhere Aufmerksamkeit beim Top-Management genießt. ARMs Lizenznehmer lieferten 2013 über 10 Mrd. Chips aus, was 1/5 aller seit 1993 ausgelieferten Chips entspricht - man kann somit von einer Art Lawineneffekt sprechen.

Das Umsatzwachstum bildet sich auch in der Firmengröße ab: Im Jahr 2013 wuchs ARM um 441 Mitarbeiter/innen auf jetzt 2.833 Mitarbeiter, 70 % der Neueinstellungen sind Ingenieure, die in der Prozessor-Entwicklung arbeiten.