Wieviele Arbeitsplätzte trifft es diesmal? Prozessorhersteller AMD vor nächster Restrukturierungsrunde

Laut Insider-Informationen aus dem Hause AMD steht kurz nach der letzten Reorganisation Mitte 2014 schon die nächste Runde an, bei der es auch einmal mehr Entlassungen unbekannten Ausmaßes geben soll.

Quellen aus dem Unternehmen haben uns bestätigt, dass der Prozessorhersteller AMD eine weitere größere Umstrukturierung des Unternehmens vornehmen wird. Diese folgt auf die erst kürzliche vorgenommene Reorganisation durch Dr. Lisa Su und John Byrne. Diese wurde zur Messe Computex angekündigt und beinhaltete im Wesentlichen die Aufspaltung des Unternehmens in zwei getrennte Geschäftsbereiche.

Diese beiden Abteilungen sind die Enterprise-, Embedded-und Semi-Custom-Business Group und die Computing- und Grafik- Business-Group. John Byrne wird für die Computing- und Grafik-Business Group verantwortlich sein, während Lisa Su die Enterprise-, Embedded- und Semi-Custom-Business-Group leiten wird.

Die jetzt bevorstehende Restrukturierung soll eine Erweiterung der Juni-Reorganisation/Restrukturierung sein. Diese wird sehr wahrscheinlich dazu führend, dass einige Mitarbeiter neue Rollen innerhalb des Unternehmens bekommen als auch dass einige Mitarbeiter entlassen werden. Genaue Zahlen zu den anstehenden Entlassungen gibt es nicht, diese werden jedoch vermutlich deutlich unter den Massenentlassungen der Jahre 2009 bis 2012 liegen.

Die große Frage ist, ob es sich bei diesen Maßnahmen um eine Reaktion auf ein möglicherweise schlechtes Geschäftsergebnis im 3. Quartal 2014 handeln wird, das am 16. Oktober bekanntgegeben wird. AMD hatte Ende 2012 angesichts seiner hoffnungslosen Position im x86-Server-Markt, der fast zu 100 % von Intel dominiert wird, einen Schwenk zu 64-bit-ARM-CPUs angekündigt. Anfang 2014 wurden dann erste Opteron A1100 genannte Server-Chips mit 8 CPUs des Typs ARM Cortex-A57 angekündigt. Das Problem für AMD ist jedoch schon heute absehbar: Applied Micros Server-SoCs X-Gene 2 mit eigenes entwickelten 64-bit-ARMv8-Cores schlagen den Opteron A1100 nicht nur im dem so wichtigen Parameter Rechenleistung/W, sondern auch in der Speicherbandbreite – um Faktor 2. Dazu greift Intel mit dem Silvermont-CPU-basierendem C2750 vom unteren Ende des Marktes an.

Es bleibt somit abzuwarten, ob und wie erfolgreich AMD im Server-Markt zukünftig sein wird.

 Applied Micro
X-Gene
Applied Micro
X-Gene 2
AMD
A1100
Intel
C2750
CPU-Core"Potenza"
ARMv8-Eigenentwicklung
"Potenza +"
ARMv8-Eigenentwicklung
ARM Cortex-A57Silvermont
Cores/Threads 8/88/88/88/8
Integer-Befehle
pro Taktzyklus (max.)
4432
Taktfrequenz in GHz
(ohne Boost)
2,42,82,0*2,4
Cache 9 MB9 MB8 MB4 MB
Speicherbandbreite59,7 GB/s59,7 GB/s29,9 GB/s25,6 GB/s

Speicherkapazität
(maximal)

256 GB256 GB128 GB64 GB
Netzwerk-Schnittstellen4 x 10 GbE4 x 10 GbE RoCE
(RDMA over Converged Ethernet)
2 x 10 GbE4 x 2,5 GbE
PCIe-Bandbreite33,5 GB/s33,5 GB/s16 GB/s16 GB/s
Rechenleistung (relativ)*1,251,651,01,13
Leistungsaufnahme (TDP)35 W*30 W*25 W20 W
Rechenleistung/W (relativ)0,991,3751,01,4125
IC-Herstellung40 nm G28 nm HPM28 nm HKMG22 nm FinFET
ListenpreisUnbekanntUnbekanntUnbekannt171 Dollar
ProduktionQ2 2014Q3 2015*Q4 2014*Q3 2013
Vergleich von AMDs Opteron A1100 mit seinen Konkurrenten aus der x86- und ARM-Welt. Der A1100 kann es hinsichtlich der Energieeffizienz nicht mit der Konkurrenz aufnehmen. *: Schätzung der Elektronik.