Der MikroSystemTechnik-Kongress 2017 Ohne Mikroelektronik kein IoT

Gut besetzt war das Auditorium bei der Kongresseröffnung zum MikroSystemTechnik-Kongress. Insgesamt begeisterte die Veranstaltung knapp 800 Teilnehmer.
Gut besetzt war das Auditorium bei der Kongresseröffnung zum MikroSystemTechnik-Kongress. Insgesamt begeisterte die Veranstaltung knapp 800 Teilnehmer.

Die Anwendungsmöglichkeiten für Mikrosysteme sind nahezu unbegrenzt. Doch wird Deutschland in der Mikroelektronik auch morgen noch konkurrenzfähig sein? Und welche Anforderungen bringt die zunehmende Vernetzung mit sich? Das waren einige der Top-Themen auf dem siebten MikroSystemTechnik-Kongress.

Der MikroSystemTechnik-Kongress ist der größte Branchentreff im Bereich Elektronik- und Mikrosysteme im deutschsprachigen Raum. Knapp 800 Teilnehmer besuchten den Kongress, um sich über die neuesten Trends aus Bereichen wie Mikro-Nano-Integration, innovative Materialien und Technologien sowie Aufbau- und Verbindungstechnik zu informieren. Auch aufkommende Themen wie RF-MEMS, chemische Sensorik und Biosensorik wurden vom 23. bis 25. Oktober im Rahmen des siebten MikroSystemTechnik-Kongresses abgedeckt.

Durch das Internet der Dinge finden Mikrosysteme Einzug in nahezu alle Bereiche. »Die Vielfalt an Anwendungen wird weiter rasant zunehmen und der Beruf des Mikrotechnologen noch vielfältiger und spannender werden«, erklärte Tagungsleiter Prof. Dr. Christoph Kutter, Direktor der Fraunhofer-Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EMFT. Mehr als 100 Vorträge, rund 150 Posterbeiträge und die begleitende Ausstellung verdeutlichten die Anwendungs- und Themenvielfalt der modernen Mikrosystemtechnik.

Bei der Eröffnung des Kongresses appellierte Dr. Gunther Kegel, Präsident des Technologieverbands VDE, an die deutsche Politik, die Mikroelektronik nicht aus der Hand zu geben. So sei Deutschland zwar seit Jahren Weltmarktführer in diesem Bereich, jedoch würden mit der Digitalisierung die Karten auf dem internationalen Parkett neu gemischt.

»Ohne wettbewerbsfähige Mikroelektronik-Industrie werden wir abhängig und zum Importeur von Schlüsseltechnologien. Die gesamte Innovationskette vom Chip-Design bis zur Fertigung muss vor Ort stattfinden«, betonte Kegel. Deutschland verpasse sonst die Chance, Weltmarktführer in digitalen Technologien zu werden. Insbesondere eigene Kryptographie-Chips als Basis für eine zuverlässige und sichere Kommunikation seien ein Muss.

Bedenklich stimmt Kegel, dass Deutschland zuletzt selbst in seinen Vorzeige-Domänen Automotive und Industrie unterdurchschnittlich gewachsen ist, und dass Europa und Amerika bis 2021 aller Voraussicht nach weiter Anteile am Welthalbleitermarkt an Asien verlieren werden.

Neben finanzieller Unterstützung seitens der Regierung und starkem Engagement aus der Industrie müsse dazu vor allem in den Nachwuchs investiert werden. Denn den Prognosen nach fehlen alleine in den nächsten zehn Jahren mehr als 100.000 neue Inge­nieure.
 

Forschungsfabrik Mikroelektronik

Einen vielversprechenden Ansatz, der darauf abzielt, die Position der europäischen Halbleiter- und Elektronikindustrie zu stärken, beschrieb Prof. Dr.-Ing. Hubert Lakner in seiner Keynote über die »Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland«.

Elf Institute des Fraunhofer-Verbunds Mikroelektronik und zwei Leibniz-Institute haben gemeinsam ein Konzept für die standortübergreifende Forschungsarbeit in der Mikro- und Nanoelektronik entwickelt. Der Forschungsverbund arbeitet daran, Kunden aus Industrie und Wissenschaft die gesamte Wertschöpfungskette für Mikro- und Nanoelektronik aus einer Hand bereitstellen zu können.

Bereits beim Projektstart im April 2017 war die Forschungskooperation mit mehr als 2000 Mitarbeitern der größte Zusammenschluss für Technologien und Intellectual Property Rights auf dem Gebiet der Smart Systems. Das BMBF fördert die Forschungsfabrik mit rund 350 Mio. Euro.