Intel Developer Forum in Peking Neue Details über 32-nm-»Sandy Bridge«

Nachdem das IDF letztes Jahr wegen der Finanzkrise auf einen Tag verkürzt wurde, dürfen die Chinesen und andere Asiaten dieses Jahr wieder zwei Tage Intels neueste Entwicklungen bestaunen. Intels Executive Vice President David Perlmutter stellte Details zu der 32-nm-Architektur »Sandy Bridge« vor und erläuterte, warum der Atom-Prozessor als Universalbaustein vom Fernseher bis zum Desktop-PC einsetzbar ist.

Hinter dem Codenamen »Sandy Bridge« verbirgt sich eine neue Architektur, die auf dem Ende 2009 eingeführten 32-nm-High-K/Metal-Gate-Prozess basiert. Wenig überraschend war dabei die Ankündigung, dass die neue Generation aufgrund schnellerer Schaltzeiten der Transistoren eine erhöhte Rechenleistung bei vergleichbarer Taktfrequenz bietet und auch dank reduzierter Leckströme in der 2. Generation des High-K/Metal-Gate-Prozesses weniger Energie aufnimmt.

Neu sind die sogenannten Advanced Vector Extensions (AVX), eine Erweiterung des Befehlssatzes, der insbesondere rechenintensive Anwendungen beschleunigen soll, schon bekannt AES-NI, der Turbo-Modus und Hyper-Threading.

Anders als bei den aktuellen Core i3, i5 und i7 auf Basis der »Clarkdale«- bzw. »Arrandale«-Architektur wird der Grafik-Core nicht mehr von dem eigentlichen Prozessor-Die getrennt. Er befindet sich stattdessen auf dem Prozessor-Die und wird mit dem eigentlichen Core über den Level-3-Cache verbunden. Dieser soll die Aufgaben zwischen dem Prozessor, der Grafik und dem Arbeitsspeicher verwalten und dafür sorgen, dass im Vergleich zur aktuellen Lösung die Gesamt-Systemleistung deutlich besser wird. Produktionsstart für Prozessoren mit der »Sandy Bridge«-Architektur soll im 4. Quartal 2010 Jahres sein, so dass die ersten Geräte im ersten Quratal 2011 verfügbar sein dürften.

Als erstes dürfte eine Quad-Core-Version mit folgenden Eckdaten herauskommen: 3 bis 3,8 GHz Taktfrequenz pro Core, 256 Kbyte Level-2-Cache pro Core, Grafik-Core mit 1 bis 1,4 GHz Taktfrequenz, maximale Leistungsaufnahme (TDP) 85 W, Speicher-Anbindung DDR3-1600 Dual-Channel mit einer theretischen Durchsatzrate von 25,6 GByte/s.

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Neuigkeiten vom Intel-Developer-Forum 2010 in Peking

Folien aus den Präsentationen der Intel-Manager Davi Perlmutter und Renee James.

Neben »Sandy Bridge« war auch einmal mehr der Atom-Prozessor ein großes Thema des ersten IDF-Tags. Sowohl Perlmutter als auch die Leiterin der Software- und Services-Gruppe bei Intel, Renee James, sehen in Atom eine Art Universalprozessor, der angefangen von Einsteiger-Desktop-PCs über Netbooks bis hin zum Fernseher alle denkbaren Anwendungen abdeckt. Für Aufruhr sorgte in Teilnehmerkreisen ausgerechnet eine Meldung aus Deutschland, die parallel zum IDF-Start platziert wurde: Die deutsche Firma Neofonie aus Berlin stellte mit dem WePad einen Konkurrenten für Apples brandneuen iPad vor. Im Gegensatz zum iPad, dessen A4-Prozessor auf einem ARM-Cortex-Core aufbaut, wird der WePad von einem Intel Atom mit 1,6 GHz angetrieben.

Am zweiten Tag steht noch eine Keynote von Intel-CTO Justin Rattner zum Thema Energieeffizienz auf dem Programm. Nachdem die Veranstaltung im letzten Jahr aufgrund der Finanzkrise von zwei auf einen Tag verkürzt werden musste, tut ihr die erneute Ausweitung auf zwei Tage sichtbar gut.