Drei Cores für Smartphones Marvell stellt revolutionären Applikationsprozessor vor

Die Anforderungen der Smartphone-Hersteller sind klar: Höhere Rechenleistung und weniger Leistungsaufnahme. Um dieses Ziel zu erreichen, hat Marvell ein völlig neuartiges Konzept entwickelt: Zwei jeweils mit 1,5 GHz getaktete „Haupt-Cores“ werden von einem Low-Power-Core unterstützt, der mit „nur“ 624 MHz getaktet wird.

Ähnlich wie ein Hybrid-Auto ist der neue Tri-Core-Prozessor mit der Bezeichnung ARMADA 628 aufgebaut: Wenn volle Rechenleistung gefordert wird, stehen zwei ARMv7-kompatible Cores zur Verfügung, die Marvell mit seiner ARM-Architekturlizenz selbst – ausgehend vom Cortex-A9MPCore – entwickelt hat und die mit jeweils 1,5 GHz getaktet werden. Dies entspricht der Frequenz, mit der auch Qualcomm seine Scorpion-CPUs im Snapdragon-Chip QSD8672 betreibt. Marvell hat jedoch noch einen dritten Core, der mit nur 624 MHz betrieben wird, implementiert, der immer dann zum Einsatz kommt, wenn weniger anspruchsvolle Routinen abgearbeitet werden – man nehme das Tippen einer SMS, die Eintragung eines Termins in den Kalender, das Verwalten der gespeicherten Kontakte u.v.m. Desweiteren verwaltet dieser Low-Power-Core auch das Power-Management des SoCs, d.h. er regelt die Taktfrequenz der Haupt-Cores, schaltet Blöcke ab und zu u.s.w.

Damit erreicht Marvell eine insgesamt erheblich geringere Leistungsaufnahme, die nach eigenen Angaben dazu führt, dass der Benutzer auf seinem Smartphone mehr als 10 Stunden Video in 1080p-HD-Qualität abspielen oder 140 Stunden Musik hören kann.

Unterstützt werden die Betriebssysteme RIM OS (Blackberry), Android, Linux, Windows Mobile und auch Adobe Flash. Erhebliche Fortschritte gibt es auf der Grafikseite: Neben einem Dual-Stream 3D-Video in 1080p-Auflösung werden 200 Mio. Dreiecke/s erreicht, was mehr als doppelt so viel ist wie beim QSD8672. Daneben können zwei LCD-Displays mit bis zu 2048x2048 Pixel Auflösung angesteuert werden, auch ein HDMI-Ausgang ist möglich. Hardware-Beschleuniger stehen für ARMs eigene Grafik-Engine NEON als auch für WMMX2 zur Verfügung. Für Spiele wichtig sind Unterstützung von DirectX, OpenGL ES 2.0. und Open VG 1.1.

Als erster Applikationsprozessor überhaupt wird auch USB 3.0. unterstützt, das 10x schneller als das heute übliche USB 2.0. arbeitet. Speicher kann sowohl als LP-DDR2 oder als DDR3 mit bis zu 533 MHz angebunden werden.