High-Performance-Analog Linear-Gründer Bob Dobkin: „Wirkungsgrad-Angaben oft wertlos“

Die Wirkungsgrad-Angaben bei Spannungsreglern sind für den Kunden oft unbrauchbar. Das sagte einer der Gründer und heutige CTO von Linear Technology, der Elektronik bei einem Besuch in Linears HQ in Milpitas, Kalifornien.

Der Wirkungsgrad von Spannungsreglern kann laut Dobkin seriös nur bei der gleichen Eingangs- und Ausgangsspannungen und gleichen Ausgangsströmen verglichen werden.

„Der Wirkungsgrad ist nur eine Zahl“, sagte Dobkin, eine Angabe, die den Schaltkreis wirklich beschreibe, sei dagegen die Verlustleistung. Diese Angabe sei viel wichtiger als der Wirkungsgrad, da sie die Notwendigkeit für einen Kühlkörper definiere und die Batterielaufzeit bei Mobilgeräten.

Dobkin beklagte, dass einige Wettbewerber von Linear Technology Wirkungsgradangaben für extrem hohe Ausgangsspannungen angeben würden, die es einfach machen würden, hohe Wirkungsgrade zu erzielen.

Im Bereich der „High-Performance-Analog-Hersteller“ sieht Dobkin neben Linear nur Texas Instruments, Analog Devices, Maxim und ST Microelectronics. Keine Firma strebe allerdings so nach Innovation und besseren Chips wie Linear, sagte Dobkin weiter.

Auf die Frage, wie sich denn Linear konkret vom Wettbewerb differenziere, sagte Dobkin: „Es fängte schon damit an, wie wir die Firma führen: Bei uns reden die Entwickler mit den Kunden und entscheiden, welche Produkte wir bauen. Wir haben keine Marketing-Leute, welche die Produkte für uns auswählen“.

Laut Dobkin ist es nicht selten, dass die Kunden selbst nicht sehen, was für sie gut ist: „Wir sehen das aber und bauen ein Produkt, von dem wir überzeugt sind, dass es dem Kunden weiterhilft“. Laut Dobkin ist die ganze Firma stolz darauf, „tolle ICs zu entwickeln“.

Bob Dobkin gründete Linear Technology vor 30 Jahren zusammen mit Bob Widlar und Bob Swanson. Dobkin selbst wird unter den Top-10-Analog-IC-Designern aller Zeiten geführt. Er entwickelte u.a. den ersten Bipolar-Dropout-Regler überhaupt.

Das Geschäftsmodell von Linear basiert darauf, dass jeder neue Schaltkreis dem Kunden Mehrwert bringen muss, der einen höheren Preis rechtfertigt als Chips für den Massenmarkt, wo nur geringe Margen erzielbar sind.

Folgerichtig weist Linear die höchste Umsatzrendite aller Analog-Chip-Hersteller auf (oft über 40 %). Letztes Jahr wurde ein Umsatz von 1,5 Mrd. Dollar erzielt.