Infineon Leichtes Wachstum bei Umsatz und Gewinn im 2. Quartal

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon konnte in seinem Ende März abgelaufenen 2. Quartal des aktuellen Geschäftsjahres eine leichte Steigerung von Umsatz un Gewinn vermelden. Nach einem insgesamt eher durchwachsenen 1. Halbjahr sind die Aussichten für das 2. Halbjahr wieder besser.

Insgesamt 918 Mio. Euro setzte Infineon im 2. Quartal (1.1. bis 31.3.2013) seines Ende September endenden Geschäftsjahres um und erzielte dabei einen Gewinn von 33 Mio. Euro. Dies sind im Vergleich zum Vorquartal (851 Mio. Umsatz, 19 Mio. Gewinn) 8 bzw. 73 % Wachstum. Im Vergleich zum identischen Quartal des Vorjahres mussten jedoch deutliche Einbußen hingenommen werden, seinerzeit konnte man noch 986 Mio. Euro umsetzen und 111 Mio. Gewinn verbuchen.

Das mit Q2 abgelaufene erste halbe Geschäftsjahr stellt sich im Vergleich zu 2012 damit wie erwartet eher durchwachsen dar: Mit 1.760 Mio. Euro sank nicht nur der Umsatz (1.932 Mio. Euro in H1 2012), sondern vor allen Dingen auch der Gewinn: Statt 258 Mio. Euro erwirtschafteten die Neubiberger nur noch 84 Mio. Euro, was natürlich immer noch viel ist im Vergleich zu den Verlusten einiger direkter Konkurrenten: So erwirtschaftete Freescale im selben Zeitraum einen Verlust von 83 Mio. Dollar, ST Microelectronics - bedingt auch durch die Probleme des JointVentures STEricsson - sogar einen Verlust von 599 Mio. Dollar.

Wenn man sich die einzelnen Bereiche anschaut, bleibt Industrial Power Control das Sorgenkind: Nachdem schon in Q1 ein Verlust in Höhe von 5 Mio. Euro anfiel, blieb man auch in Q2 mit -3 Mio. Euro in den roten Zahlen. In Q2 2012 hatte man noch 27 Mio. Gewinn erwirtschaftet. Das Problem dürfte hier nach wie vor in dem schwachen Markt für erneuerbare Energien, insbesondere in der Solarbranche, liegen. Im 2. Halbjahr soll laut CEO Dr. Ploss jedoch auch dieser Bereich wieder schwarze Zahlen schreiben.

Der Geschäftsbereich Power Management & Multimarket konnte trotz der chronischen Marktschwäche bei PC-Verkäufen 27 Mio. Gewinn erzielen. Hier konnte offensichtlich das wachsende Geschäft mit Stromversorgungs-Chips für Mobilgeräte, Server und Lighting-Anwendungen die Umsatzrückgänge bei PCs überkompensieren. Auch der Geschäftsbereich Automotive hat sich erholt: Nach nur noch 20 Mio. Euro Gewinn in Q1 2013 konnte dieser in Q2 mit 37 Mio. Euro fast verdoppelt werden - im Vergleich zu 63 Mio. Euro Überschuss in Q2 2012 ist dieser Ergebnis freilich immer noch ausbaubar. Der Chipkarten-Bereich steht seit langem für stabile Umsätze, allerdings ging auch hier der Überschuss auf nur noch 7 Mio. Euro zurück - offensichtlich leidet Infineon unter einem allgemeinen Preisrückgang für derartige Produkte, die in SIM-Karten, Bezahlkarten oder Pässen zum Einsatz kommen.

Wie erwartet und wenig überraschend ist der stärkste Umsatzrückgang im sogenannten Geschäftsbereich "Sonstige" zu verzeichnen: Hier werden Produkt- und Servcielieferungen für den bekanntlich an Intel verkauften Wireless-Bereich zusammengefasst, die nach und nach auslaufen. Betrugen diese vor einem Jahr noch 39 Mio. Euro, sind sie mittlerweile auf 5 Mio. gesunken.

Zum Ende von Q2 arbeiteten weltweit 26.104 Mitarbeiter/innen für Infineon, dies sind 354 weniger als drei Monate zuvor. Bei Forschung & Entwicklung wird jedoch nicht gespart: Hier beschäftigte man nicht nur mit 4.397 Mitarbeiter/innen 22 mehr als Ende Q1 2013, sondern hielt die Investitionen mit 122 Mio. Euro stabil. Im ersten Halbjahr des aktuellen Geschäftsjahres gab man mit 245 Mio. Euro sogar 13 % mehr aus als im selben Zeitraum 2012.

Dank einer erwarteten Erholung des Geschäftes im 2. Halbjahr des Geschäftsjahres erwartet Infineon, dass sich der Jahresumsatz am oberen Ende der abgegeben Prognose einfinden wird.