Infineon raus bei Apple? iPhone soll zukünftig 3G-Chips von Qualcomm beinhalten

Die taiwanische Tageszeitung Commercial Times berichtet, dass für Apples iPhone der fünften Generation erstmals nicht mehr Basisband-ICs von der mittlerweile an Intel verkauften Wireless-Sparte von Infineon eingesetzt werden sollen. Stattdessen kommt nach dem Bericht der kalifornische Konkurrent Qualcomm zum Zug.

Nachdem Infineon das Baseband-IC (zuletzt den X-Gold 608) seit der ersten iPhone-Generation und auch für das erste iPad geliefert hat, sollen die Chips zukünftig angeblich vom Konkurrenten Qualcomm geliefert werden.

Intel kaufte am 30. August 2010 für rund 1,4 Milliarden US-Dollar die Mobilfunksparte von Infineon, die neben Basisband-Chips auch HF-, Power-Management-ICs, Single-Chip-Lösungen für Ultra-Low-Cost-Phones sowie die dazugehörige Systemsoftware liefert. Sollte die Commercial Times recht haben, könnte es sich um eine erste Auswirkung des Verkaufs an Intel handeln. Möglicherweise steht hinter der Entscheidung jedoch auch das Thema "Hacken". Bis einschliesslich zum aktuellen iPhone 4 ist es Hackern schon nach wenigen Tagen gelungen, einen Software-Unlock zu präsentieren, der die Abhängigkeit von den Apple-Partner-Providern aufhebt, indem man jede beliebige SIM-Karte verwenden kann. Dass die Freude bei Telekom, AT&T limitiert darüber ist, dass mittlerweile vermutlich mehr IPhone-Nutzer mit anderen Netz-Providern telefonieren als mit ihnen selbst, die "Exklusivverträge" mit Apple für die jeweiligen Länder abgeschlossen haben, dürfte ja außer Frage stehen.

Intel und seine neue Wireless-Sparte würden hart getroffen, wenn man bedenkt, dass bislang alleine mehr als 50 Mio. iPhones verkauft wurden und der Verkaufspreis des Basisband-Chips vom Marktforscher iSuppli auf 13,00 US-Dollar geschätzt wird - ein Umsatz von immerhin 650 Mio. Dollar. Ob auch das iPad betroffen ist, für dessen 3G-Version ebenfalls Infineon-Chips zum Einsatz kommen, ist nicht bekannt.

Nachdem Apple mit dem A4-Prozessor selbst unter die Chip-Designer gegangen ist, wird man aber sicher nicht die so erfolgreiche Snapdragon-Plattform, die ja Applikations-Prozessor und Basisband in einem Chip integriert, einsetzen.

Die taiwanische Zeitung will zudem auch erfahren haben, dass der Auftragsfertiger Foxconn Electronics auch für die künftige iPhone-Generation im Boot bleibt. Das Asus-Tochterunternehmen Pegatron-Technology, das u.a. für Dell und HP fertigt, soll sich vergeblich um einen Teil des Auftrags bemüht haben. Für Foxconn arbeiten in 20 Fabriken in China ca. 900000 Mitarbeiter.