IDF 2014 Intels Weg zu konfliktfreien Prozessoren

Im Rahmen der diesjährigen Entwicklerkonferenz IDF hat Intel seine Bemühungen für sogenannte konfliktfreie Produkte erläutert. Das politisch hochbrisante Thema ist bisher nur Apple angegangen, der größte Teil der Elektronik-Industrie verschließt noch immer die Augen.

Das Problem in der Fertigungskette von Elektronikprodukten allgemein und Mikrochips im Besonderen besteht darin, dass vier essentielle Mineralien für die Fertigung aus afrikanischen Ländern wie der „demokratischen“ Republik Kongo kommen, die von Diktatoren bzw. Milizen kontrolliert werden und in denen Erlöse der Förderminen von Zinn, Tantal, Wolfram und Gold u.a. zum Waffenkauf verwendet werden, mit denen dann Gewalt gegen die Bevölkerung ausgeübt wird.

Der Punkt, an dem die geförderten Materialien zusammenlaufen, sind die Schmelzhütten. Insgesamt müssen, um konfliktfreie Produkte bauen zu können, in Afrika 160 Schmelzhütten überwacht werden, in der vorgelagerten Stufe des Produktionsprozesses wären es noch mehr als 10.000 Zulieferer, die überwacht werden müssten.

An dieser Stelle in der Lieferkette greift Intel ein, um zu prüfen, welches Material konfliktbehaftet ist, d.h. aus einer Mine unter Kontrolle eines Bösewichtes stammt. Mit Hilfe verschiedener Überwachungsprogramme soll es möglich sein, die Herkunft von 99,9 Prozent der Materialien zu prüfen.

Die Anstrengungen, die Intel seit 2009 unternommen hat, um „saubere“ Produkte anzubieten, haben dazu geführt, dass im Jahr 2013 die ersten offiziell als „konfliktfrei" klassifizierten Prozessoren verkauft werden konnten, indem die Zusammenarbeit mit allen Schmelzhütten, die nicht kooperiert haben, eingestellt wurde.

Die Gelder, die durch das Schürfen der Rohstoffe in zweifelhaften Minen, erwirtschaftet wurden, sollen sich bei Tantal, Wolfram und Zinn um 55 bis 75 Prozent reduziert haben.

Ziel ist eine lückenlose Dokumentation des Ursprungs der Rohstoffe, und zwar von den Schmelzhütten durch den gesamten Zwischenhandel bis in die Fabs von Intel. Dazu überwacht Intel durch Besuche in den Ursprungsländern die für die Abläufe aufgestellten Regeln. Insgesamt arbeitet Intel nun mit 85 Schmelzhütten in 21 Ländern zusammen.

Um für noch mehr Transparenz zu sorgen, will Intel künftig verstärkt auch mit der UN-Organisation OECD und der NGO Global Witness zusammenarbeiten.

Intel ist damit neben Apple eines der wenigen Unternehmen weltweit, die eine derartige Zertifizierung eingeführt hat.