Ausgaben in Chip-Fertigung Intel und Samsung investieren zusammen 42 %, Europa insgesamt 2 %

Nach einer Studie von ICInsights stehen die Chip-Hersteller Intel und Samsung im Jahr 2013 zusammen für 42 % aller Investitionen in die Chip-Fertigung. Alle europäischen Firmen kommen zusammen nur noch auf 2 %, insgesamt wachsen die Investitionen gegenüber 2012 um 2 % auf fast 60 Mrd. Dollar.

Die Tabelle zeigt die Top-10-Investoren, von denen fünf Firmen auch 2013 mindestens 3 Mrd. Dollar ausgeben werden - dies war auch 2011 und 2012 der Fall. 2013 erwartet ICInsights, dass die Investitionen der Top-10 um 5 % wachsen, während alle anderen Chip-Fertiger außerhalb der Top-10 ihre Ausgaben um 8 % zurückfahren - ein Ergebnis auch der zunehmenden Fabless- oder Fablite-Geschäftsmodelle.

Wenn man davon ausgeht, dass Firmen, die weniger als 1 Mrd. Dollar pro Jahr investieren, zukünftig keine Leading-Edge-Fabs mehr bauen können, kann man für die taiwanischen Speicherhersteller Nanya, Powerchip und ProMOS große Probleme erwarten: Diese gaben 2012 zusammen nur 276 Mio. Dollar aus, was weniger als 10 % der Kosten für eine neue Leading-Edge-Speicher-Fab entspricht.

Wenn man den Zeitraum von 2010 bis 2013 betrachtet, hat alleine Samsung 46,9 Mrd. Dollar ausgegeben, wovon rund 60 % in die Speicherproduktion geflossen sind. Intel hat im selben Zeitraum rund 40 Mrd. Dollar investiert. Das reicht aus, um zehn Leading-Edge-300-mm-Fabs zu bauen und mit Fertigungsgeräten auszurüsten, Samsung hätte sogar 12 Fabs bauen können.

Im Jahr 2012 standen damit Intel und Samsung für 40 % der weltweiten Ausgaben, 2013 wird dieser Wert laut ICInsights auf 42 % ansteigen.

 

 

Europa und Japan sind weiter auf dem absteigenden Ast

Das Bild zeigt die Ausgaben nach den Regionen der Firmenzentralen der einzelnen Firmen verteilt, wobei der Wert in Klammern dem Anteil des Jahres 2005 entspricht. Steigern konnten ihren Anteil lediglich amerikanische (+8 % auf 37 %) und koreanische Hersteller (+13 % auf 26 %). Die drei großen europäischen Chip-Fertiger Infineon, ST Microelectronics und NXP, die 2005 immerhin noch 8 % der weltweiten Ausgaben in die Chip-Fertigung investierten, werden 2013 nur noch 2 % ausgeben - auch eine Folge der Fablite-Strategie. Den größten Rückgang hat freilich Japan zu verzeichnen: Haben die dort ansässigen Chip-Hersteller 2005 noch 22 % des Geldes investiert, wird dieser Anteil 2013 nur noch 7 % betragen.

Konstant 19 % der Ausgaben werden von taiwanischen Herstellern vorgenommen, allerdings mit einem unterschiedlichen Bild: Während die Speicherhersteller ihre Ausgaben minimiert haben, investieren die großen Foundries TSMC und UMC weiterhin viel Geld in neue Fertigungskapazitäten.

Die übrigen Firmen, die für 8 % der Ausgaben stehen, haben ihren Sitz in Indien, Sigapore, China und anderen Ländern, enthalten sind auch externe Dienstleister, die sich mit dem Testen von Chips und dem Packaging beschäftigen.

 

 RankFirma
Ausgaben 2011Ausgaben 2012Änderung in %Ausgaben 2013
Änderung in %
 1 Intel10.76411.000+2 13.000 +18
2Samsung11.75512.225+412.000-2
3TSMC7.3338.324+149.000+8
4GlobalFoundries5.4003.000-443.500+17
5Hynix3.1653.655+153.200-12
6Micron2.9131.773-392.225+25
7Toshiba1.9351.637-151.600-2
8UMC1.5851.723+91.500-13
9SanDisk1.368988-281.000+1
10Sony1.8051.100-39775-30
 Top-10 insgesamt48.02345.425-547.800+5
 Restliche Firmen insgesamt18.04213.150-2712.035-8
  Gesamtausgaben66.06558.575-11 59.835 +2