IDF 2014 Intel setzt voll auf Internet der Dinge

Am ersten Tag von Intels Entwicklerkonferenz stand die Keynote von CEO Brian Krzanich im Mittelpunkt. Statt wie vor wenigen Jahren Desktop-PCs oder Laptops stand diesmal das Internet der Dinge im Mittelpunkt. Highlight von Tag 1 war jedoch ein neues Tablet von Dell mit einer sensationellen Fotofunktion.

Neben dem Industrial Internet, dem Automobil und anderen IoT-Anwendungen z.B. aus dem Bereich Healthcare werden von Intel aktuell Wearables als Wachstumsmarkt betrachtet. Die Plattform Edison soll hier Marktanteile sichern. Intel geht bei Wearables aktuell von 320 Millionen Geräten bis zum Jahr 2018 aus.

Wie CEO Brian Krzanich in seiner Keynote ausführte, hat Intel an verschiedenen Referenz-Designs gearbeitet, die auch Drittanbietern zugänglich gemacht werden. Anders als Apple und andere Wettbewerber geht Intel nicht davon aus, dass die Koppelung mit einem Smartphone der Weisheit letzter Schluss ist und ist beispielsweise aus diesem Grund eine Partnerschaft mit AT&T eingegangen.

Edison für die Maker-Bewegung

Vor Jahren noch undenkbar, adressiert Intel nun auch die Maker-Bewegung. Mit Edison und Galileo werden Produkte für diese Gruppe angeboten, die spätestens seit den gut zugänglichen Crowdfunding-Plattformen wie Kickstarter und 3D-Druckern einen großen Aufschwung erlebt.

Edison ist in 22 nm gefertigt, besitzt 1 GB RAM und einen 4 GB eMMC-Speicher. Die Verbindung zur Außenwelt wird über WLAN oder Bluetooth hergestellt. Von der Firma Sparkfun gibt es insgesamt 14 Erweiterungs-Boards für Edision, die bereits die wichtigsten Zusatzfunktionen wie Batteriebetrieb oder GPIOs abdecken.

Gezeigt wurde Edison u.a. in den „Selfie-Drohnen" von 3D-Robotics, ein weiterer Einsatzbereich ist beispielsweise „smarte Kleidung", die ihre Farbe bei bestimmten Codewörtern verändert.

Edison ist ab sofort für 50 Dollar erhältlich, also etwas teurer als ein Raspberry Pi.

Tick-Tock stockt

Normalerweise wäre 2014 ein „Tick“ fällig gewesen, d.h. ein Schrumpfen der Fertigungsgeometrie auf 14 nm. Auf Grund der Ausbeute-Probleme hat man es jedoch erst jetzt geschafft, mit dem Core-M-SoC die erste Familie der „Broadwell“-Architektur in 14 nm auf den Markt zu bringen, was übrigens auch Intels neue Strategie beweist: Mobile first.

Die Core-i-CPUs kommen nämlich erst 2015 in 14 nm auf den Markt. Dies ist insofern interessant, als dass Intel bereits im 2. Halbjahr 2015 den nächsten "Tock", also die folgende Mikroarchitektur bei gleicher Prozessgeometrie, die den Codenamen „Skylake“ aufweist, auf den Markt bringen will.

Ein erstes lauffähiges System aus dem Lab und ein flaches 2-in-1-Gerät wurde bereits heute auf Skylake gezeigt. Auf dem 14-nm-Demonstrationssystem lief der Benchmark 3DMark in der aktuellen Version. Entwickler sollen bereits im ersten Quartal 2015 erste Systeme mit Skylake erhalten, um ihre Applikationen auf die Architektur anpassen zu können.

Sollte Intel Skylake bereits im zweiten Halbjahr 2015 einführen, würde der Zeitraum, in dem Broadwell im Markt ist, extrem verkürzt. Mit Skylake hätte man innerhalb weniger Monate bereits einen Nachfolger.

Das dünnste Android-Tablet der Welt

Highlight war eine gemeinsame Ankündigung mit Dell-Gründer Michael Dell für ein Tablet mit der Bezeichnung Venue 8 7000. Dieses wird von einem Quad-Core-Intel-SoC Moorefield mit Silvermont-CPUs angetrieben und speichert Fotos dank einer Real-Sense-Tiefenkamera mit 3D-Informationen. Das Android-Tablet ist nur 6 mm dünn und hat ein OLED-Panel mit 2K-Auflösung und 2.560 x 1.600 Pixeln auf einem 8,4-Zoll-Display, was einer Pixeldichte von 359 ppi entspricht – höher als im iPhone 5S und auch iPhone 6. In der sogenannten "Appy hour with Herman" (Appy deswegen, weil den Teilnehmern Appetizer und Bier serviert wurden) zeigte zum Abschluß des Tages ein sichtlich gutgelaunter Prof. Hermann Eul, warum die Intel-Kameratechnik zur Killerapplikation taugt: Um den Kopf eines Mannes auf einem Foto ließ eine App Schmetterlinge fliegen, dazu wurde per Touch die Tiefenschärfe eines Fotos manipuliert.

Das Dell Venue 8 7000 soll im November 2014 in den Handel kommen, einen Preis nannte Dell nicht.