Windows-XP-Abkündigung sei Dank Intel mit starkem 2. Quartal

Quark-Prozessor mit alten SoC-Eigenschaften
Intel konnte in Q2 2014 deutlich höheren Umsatz und Gewinn erzielen.

Der weltgrößte Chip-Hersteller Intel kann für das 2. Quartal 2014 ein starkes Ergebnis vorweisen: Mit 13,8 Mrd. Dollar Umsatz und 2,8 Mrd. Gewinn wurden die Erwartungen deutlich übertroffen. Ein Grund für das Wachstum war die Abkündigung des Supports von Windows XP durch Microsoft.

Eine gestiegene PC-Nachfrage sowie der Ausbau von Rechenzentren sorgten dafür, dass im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2013 der Umsatz um 8 Prozent und der Gewinn sogar um 40 Prozent anstieg. Je Aktie verdiente der Konzern aus dem kalifornischen Santa Clara somit 55 Cent, Analysten hatten mit einem Gewinn von 52 Cent gerechnet.

Für das Gesamtjahr rechnet Intel mit einem Umsatzplus von fünf Prozent. Die Aktie stieg im nachbörslichen US-Handel um vier Prozent - seit Jahresanfang ist sie mit mehr als 20 Prozent im Plus.

Im einzelnen sehen die Umsätze der einzelnen Geschäftsbereiche wie folgt aus: PC Client Group 8,7 Mrd. Dollar, 6 % mehr als in Q2 2013. Data Center Group 3,5 Mrd. Dollar, 19 % mehr als in Q2 2013.   Internet of Things Group 539 Mio. Dollar, 24 % mehr als in Q2 2013, und Mobile and Communications Group 51 Mio. Dollar, minus 83 % gegenüber Q2 2013. Last but not least erzielte Intel mit Software und Services einen Umsatz von 548 Mio. Dollar, 3 % mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Während der Zuwachs im Server-Segment angesichts Cloud-Computing und Internet-Wachstum nicht überraschend kommt, konnte die PC Client Group, nach wie vor Standbein von Intel, ihren Abwärtstrend umkehren. Vor allem Unternehmen schaffen neue Desktop-Computer an. Grund für diese Entwicklung dürfte vor allem sein, dass Microsoft den technischen Support für sein altes Betriebssystem Windows XP eingestellt hat. Viele Firmen nutzten den Umstieg auf neue Software zugleich zur Anschaffung neuer Desktop-Rechner. Die jüngste Studie des Marktforschungs-Unternehmens IDC zeigt zwar nach wie vor einen Rückgang bei PC-Verkäufen um 1,7 Prozent, zuvor war man allerdings von einem Schrumpfen des Marktes um mehr als sieben Prozent ausgegangen. Der Umsatzzuwachs der PC Client Group resultiert dabei ausschließlich aus der höheren Anzahl verkaufter Chips (+9 %), während der durchschnittliche Verkaufspreis weiter sank (-4 %).

Analysten setzen allerdings auch ein Fragezeichen hinter die Nachhaltigkeit der gestiegenen Nachfrage. Sie verweisen darauf, dass die Zuwächse hauptsächlich bei Geschäftskunden und vor allem in den USA und anderen gut entwickelten Märkten verzeichnet wurden.

Auf der Stelle tritt der Chip-Riese weiterhin im Geschäft mit den Mobilgeräten: Minus 83 % Umsatz im Vergleich zum 2. Quartal 2013 bedeuten ein weiteres desaströses Ergebnis und könnten erneut Analysten-Forderungen auslösen, dieses Geschäftsfeld aufzugeben.