PC-Markt erodiert weiter Intel erzielt dank Cloud-Computing erneut Milliardengewinne

Brian Krzanich stellt Intels Arduino-Board Galileo vor
Intels CEO Brian Krzanich sieht Erfolge in Intel Transformationsprozess hin zu Rechenzentren, IoT und Speicher.

Trotz erneut hoher Verluste im Mobilgeschäft und eines weiter erodierenden PC-Marktes konnte der weltgrößte Chip-Hersteller Intel im 2. Quartal 2015 erneut fast 3 Milliarden Dollar Gewinn erzielen. Grund ist der Erfolg in den Rechenzentren - dem Cloud-Computing sei Dank.

Die Rahmenbedingungen für Intel Prozessor-Geschäft hätten im 2. Quartal 2015 schlechter kaum sein können: Nicht nur der Markt mit Desktop-PCs erodierte weiter, auch bei Notebooks ist das Geschäft rückläufig.

Entsprechend verkaufte der Chip-Hersteller gegenüber Q2 2014 nicht nur 11 % weniger Prozessoren in Notebooks, sondern sogar 22 % weniger in Desktop-PCs. Die Folge war ein Umsatzrückgang im Geschäftsbereich "Client Computing Group" von 8,2 auf 7,1 Mrd. Dollar.

Noch schlimmer: Der operative Gewinn ging von 2,6 auf 1,6 Mrd. Dollar zurück, eine Folge der Integration des Mobilgeräte-Geschäftes - man darf somit erneut hohe Verluste im Umfang von mindestens 800 Mio. Dollar für Mobilgeräte annehmen.

Wenn es etwas positives für Intel in diesem Geschäftsfeld zu vermelden gibt, dann das Wachstum von Tablet-Prozessoren im Umfang von 11 % gegenüber Q2 2014.

Dass Intel trotzdem in Q2 2015 mehr als 13 Mrd. Umsatz generiert hat und seinen Gewinn aus Q2 2014 mit 2,7 Mrd. Dollar fast konstant halten konnte, liegt am erneuten Wachstum der Geschäftsbereiche Rechenzentrum, IoT und Flash-Speichern, wo das Joint Venture mit Micron einen Umsatzanstieg von 40 % vermelden konnte. Vor allen Dingen bei den markenstarken Server-Prozessoren hält Intel ja bekanntlich ein Quasi-Monopol mit geschätzten 95 % Marktanteil.

Für das gesamte Jahr 2015 erwartet Intel einen Umsatzrückgang von nur 1 % - "nur" deshalb, weil es erstaunlich ist, dass eine im Umbruch befindliche Firma weiterhin "Geld druckt" und Gewinne erzielt, wie andere Wettbewerber Umsätze generieren.

10-nm-Fertigung verschoben

Einen Schatten auf die Präsentation der Q2-Ergebnisse warf allerdings die Aussage von CEO Brian Krzanich, dass Intel "länger als gewohnt auf seiner 14-nm-Fertigung bleiben werde" - mit anderen Worten: Die Einführung der 10-nm-Fertigung wird verschoben.

Der Grund ist eine Verschiebung des Einkaufs entsprechender Belichtungs-Werkzeuge - wohlmöglich will Intel doch auf EUV-Tools warten? Krzanich erklärte jedenfalls, dass "die Anzahl der Multi-Pattern-Schritte steigt", was an sich keine neue Erkenntnis ist - 3 bis 5 Metall-Schichten werden bei 10-nm-Fertigung mit Triple-Patterning behandelt werden müssen, was die Wafer-Durchlaufzeiten und -Kosten explodieren lässt.

Bislang hatte Intel Fertigung-Guru Mark Bohr jedoch selbst für Quadruple-Patterning (bei 7 nm bei einer weiteren Nutzung der Immersions-Lithografie notwendig) eine wirtschaftliche Fertigung in Aussicht gestellt. Möglicherweise gibt es neue Erkenntnisse im Hause Intel, die diese Rechnung so nicht mehr bestätigen - man kann nur spekulieren, da es offizielle Aussagen zu diesem Thema nicht gibt.