IDF 2011 Tag 3: Intel: Atom mit Android schneller als Dual-Core-ARM-Cortex-A9

Intel hat auf seiner Entwicklerkonferenz IDF seinem Atom-Prozessor unter Android 3.1 eine höhere Geschwindigkeit attestiert einem Tegra-2-Prozessor von Nvidia, der auf einem Dual-Core-ARM- Cortex A9 basiert und mit 1 GHz getaktet wird. Im Benchmark "CaffeineMark" soll der Vorsprung des 1,5-GHz-Atom rund 20 Prozent betragen, im "Linpack" sogar 50 Prozent und im "JavaScript"-Benchmark SunSpider 70 bis 80 Prozent.

Der Atom Z670 hat zwar nur einen einzigen Core, unterstützt aber Multithreading (von Intel Hyper-Threading genannt) und hat zudem eine deutlich leistungsfähigere SSE-Einheit als der Cortex-A9.  Für die Zukunft verspricht Intel weitere Verbesserungen: Das 2012 für Tablets erwartete 32-nm-Atom-SoC Medfield soll demnach eine 64-bit-Speicheranbindung aufweisen.

Die Vergleichsmessungen hat Intel  an einem Tablet-Prototypen namens Green Ridge durchgeführt. Als GPU dient im Atom Z670 eine mit 400 MHz getaktete PowerVR SGX535 von Imagination. Das Tablet enthiel t 2 Gbyte SDRAM und eine 32-Gbyte-SSD, die über SATA angebunden war. Die Display-Auflösung von Green Rige beträgt 1024 × 600 Pixel , während die Displays der beiden  Tegra 2-Geräte jeweils 1280 × 800 Bildpunkte aufwiesen und jeweils nur  mit  1 GByte SDRAM ausgerüstet waren.

Allerdings rüstet auch die ARM-Seite auf: Noch 2011 so der Tegra-3 (Codename Kal-El) erscheinen, einem mit 1,5 GHz getakteten Quad-Core-Cortex-A9-Chip, dazu kommt ein Dual-Core-SoC von Qualcomm mit dem neuen Krait-Prozessor (löst den Scorpion ab und ist in der Leistungsklasse eines Cortex-A15) und Texas Instruments bringt OMAP 5 ebenfalls mit einem Cortex-A15-Design. Bei der Ankündigung des Kal-El hatte Nvidia 11.352 Punkte im Benchmark CoreMark 1.0 (bzw 15.000 DMIPS) angekündigt, also gut das Doppelte eines Tegra 2 (5866 Punkte).

Im Vergleich zum Vorgängermodell Tegra-2 wird Tegra-3 vor allen Dingen eine "dreimal schnellere Grafik" aufweisen - so Nvidia. Dies würde bedeuten, dass Tegra-3 rund 270 Mio. Dreiecke/s liefern wird, dass ist deutlich mehr als TI's PowerVx-Engine 554 von OMAP5 und Qualcomms Adreno-225-GPU, die in der Dual-Core-Version zum Einsatz kommen soll: Beide liegen jeweils bei 175 Mio. Dreiecken/s. Lediglich Qualcomms GPU Adreno 320 toppt diesen Wert mit geschätzten 330 Mio. Dreiecken/s, diese GPU wird allerdings nur in der Quad-Core-Snapdragon-Version zum Einsatz kommen, die wegen eines zu hohen Energiebedarfs nicht für Mobilgeräte sondern für Netbooks & Co. gedacht ist.

Es wird von Nvidia eine Tablet-Version mit der Bezeichnung T30 geben, die Displays mit bis zu 1920x1200 Bildpunkten unterstützt und eine Smartphone-Version mit der Bezeichnung AP30, welche Displays mit "nur" 1366x768 Punkten unterstützt. Weiterhin wird Blu-Ray-Video unterstützt. Wo Nvidia allerdings unabhängig von allen technischen Daten sowohl TI als auch Qualcomm aussticht, ist die Verfügbarkeit: Bereits im August 2011 soll es erste Geräte mit Tegra-3-Prozessoren geben, dies sind wohl je nach Derivat 3-6 Monate früher als bei der Konkurrenz.

Wie sich das Atom-SoC gegen Tegra-3 und Co. schlagen wird, wird man sehen. Im Rahmen der Kooperation mit Google will Intel uf jeden Fall x86-Optimierungen für Android beisteuern. SSE konnte manche HTML-5-Tests um bis zu 70 Prozent beschleunigen, verspricht Intel – sofern für x86-Prozessoren compilierter C/C++-Code läuft.