Gastbeitrag: Innovation, umweltfreundliche Stromversorgung und zeitgerechte Fertigstellung

Früher war es der Absatz von Massenprodukten in großen Stückzahlen und mit knappen Gewinnmargen, der den ökonomischen Wert ausmachte. In der heutigen Wirtschaft wird er aus der Realisierung und dem Verkauf von Ideen und Lösungen generiert. Unternehmen, die auf dem heutigen Markt erfolgreich sein wollen, müssen ihr Hauptaugenmerk auf Innovation und Kunden-Support richten.

Die gegenwärtig feststellbare Stabilisierung der Weltwirtschaft ist für die Kunden der Anlass, verstärkt Produkte zu bestellen. Vorteile haben hier Unternehmen mit einer großen Fertigungstiefe: Man kann nahezu alles selbst herstellen und ist im Gegensatz zu vielen anderen Halbleiterunternehmen nicht auf Auftragsfertiger angewiesen. Dies ist gleichzeitig das zentrale Element der Fähigkeit des Unternehmens, für alle seine Produkte kurze Lieferzeiten zu gewährleisten. Designer können unsere Analogprodukte somit für ihre Designs verwenden, mit der Gewissheit, dass diese stets mit einer Lieferzeit von wenigen Wochen verfügbar sein werden.

Erfindergeist, Kreativität und Kapital sind die Eckpfeiler eines erfolgreichen Unternehmens. Geschäftlicher Erfindergeist und Kreativität lassen sich allerdings nicht an der Zahl der Patente oder Preise ablesen, sondern daran, auf welche Resonanz ein Produkt beim Kunden stößt. Auf dieses einfache Konzept stützt sich das Geschäft von Linear Technology. Wir haben festgestellt, dass die talentiertesten Ingenieure die Arbeit bevorzugen, in die sie ihre Kreativität einbringen können.

Im Analogsektor kann auch der einsam in seinem Labor vor sich hin werkelnde Ingenieur noch etwas ausrichten. Kreativität und Erfindungsreichtum haben einen hohen Stellenwert im Analogdesign. Es kommt darauf an, dem Kunden einfache Lösungen anzubieten, die aber in der Entwicklung recht knifflig sind. Ein Problem mit Millionen von Transistoren zu lösen, ist keine Kunst. Wenn er es aber richtig anstellt, kann ein kreativer Ingenieur das Ganze besser und einfacher umsetzen.

Verdeutlichen lässt sich dieses Konzept an Produkten wie unserem Low-Dropout-Linearregler LT3080. Diesen einstellbaren Linearregler mit drei Anschlüssen gibt es seit 1976, und seine grundlegende Architektur ist seit damals weitgehend gleich geblieben. Wie wäre es aber, wenn man die Spannungsreferenz weglassen und durch eine Stromquelle ersetzen könnte? Genau dies tut der LT3080.  Das ist ein enormer Schritt nach vorn, was die linearen Regeleigenschaften, die Leistung und die Vielseitigkeit betrifft.

Durch die unablässig steigenden Energiekosten ist das Interesse an umweltfreundlicher Stromversorgung erheblich gewachsen. Den Käufern ist mittlerweile bewusst, dass die Energiekosten von Großanlagen wie Daten-Centern oder Basisstationen das Niveau der Equipmentkosten erreichen können. Unsere Kunden legen deshalb erheblich mehr Gewicht auf die Energieeffizienz und betrachten häufiger die Gesamtkosten eines Produkts, anstatt nur den Preis der jeweiligen Komponenten zu berücksichtigen.

Die umweltfreundliche Stromversorgung („Green Power“) bereichert die Design-  und Produkt-Optionen des Ingenieurs um eine weitere Facette. Was mit dem Green-Power-Konzept angestrebt wird, ist eine Verbesserung unserer Lebensumstände und nicht etwa eine Umerziehung, damit wir mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren oder uns überall mit einer 50-W-Lampe begnügen. Durch den Umstieg auf Fahrzeuge mit Hybrid  oder Elektroantrieb eröffnen sich den Ingenieuren zahlreiche neue Produkt-Chancen. Alle Fahrzeuge der kommenden Generation werden mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet sein, die unter allen derzeitigen Akkutechnologien die höchste Energiedichte aufweisen. Ein sorgfältig durchentwickeltes Batteriemanagement-System kann zudem entscheidende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer von Lithium-Ionen-Batterien haben.

Darüber hinaus benötigen Hybrid-  und Elektrofahrzeuge elektrische Lösungen als Ersatz für die mechanischen oder hydraulischen Systeme früherer Fahrzeuge. Voraussetzung hierfür sind elektronische Produkte, die den widrigen Einsatzbedingungen in Kraftfahrzeugen trotzen, durch niedrige Ruhestromaufnahme die Belastung für die Batterie bei stehendem Fahrzeug verringern und einen großen Eingangsspannungsbereich besitzen, um mit den starken Spannungsschwankungen in Kaltstart  und Lastabwurf-Situationen fertig zu werden.

So sehr auch Hybrid  und Elektrofahrzeuge im Blickpunkt der Medien stehen mögen, gibt es doch noch eine Vielzahl elektronischer Verbesserungen in konventionellen Fahrzeugen nachzuholen. Zum Beispiel hat der Einsatz der LED-Beleuchtung im Auto gerade erst begonnen. LEDs wurden zunächst für Funktions  und Displaybeleuchtungen eingesetzt. Es folgten Heckleuchten und dank neuer Hochleistungs-LEDs jetzt auch die Frontscheinwerfer. Der Vorteil der LED-Beleuchtungen ist, dass sie mit einem Bruchteil der Energie konventioneller Glühlampen auskommen und eine Lebensdauer bis zu 50.000 Stunden erreichen. Hinzu kommt, dass moderne LED-Treiber einen weiten Dimmungsbereich unterstützen und dabei die Farbverschiebung vermeiden, zu der es normalerweise beim Dimmen von LEDs kommt. Dass neue Autos mit immer mehr Elektronik ausgestattet werden, ist unstrittig. Hohe Wirkungsgrade und Zuverlässigkeit werden dabei immer mehr in den Vordergrund treten. Für Linear Technology bleibt der Automotive-Markt deshalb auch künftig ein Haupt-Betätigungsfeld.

Das Interesse an umweltfreundlicher Stromversorgung hat Produkte hervorgebracht, die neue Lösungen für alte Probleme bieten. Die Welt um uns herum bietet reichhaltige Energievorräte. Photovoltaik-Installationen und Windkraftanlagen stellen konventionelle Möglichkeiten des „Energy Harvestings“ dar, doch bieten sich hier auch neue Chancen. Energie lässt sich mit einem thermoelektrischen Generator aus Wärme gewinnen, mit einem Piezo-Element aus Vibrationen, mit einem Photovoltaik-Element aus Sonnenlicht und mit galvanischen Verfahren sogar aus Feuchtigkeit. Dies bietet Möglichkeiten für die Stromversorgung dezentraler Sensoren oder zum Laden eines Speicherbausteins wie etwa eines Kondensators oder einer Dünnfilm-Batterie, damit ein Mikroprozessor oder Sender vor Ort und ohne Verbindung zur Zentrale mit Strom versorgt werden kann. Eine Kombination aus Aufwärtswandler und Power-Manager ist ideal für das Harvesting und das Management überschüssiger Energie aus Quellen mit extrem niedriger Spannung, seien es thermoelektrische Generatoren (TEG), Thermosäulen oder kleine Solarzellen.

Unsere Ingenieure arbeiten weiter an der Entwicklung innovativer Produkte, die den Energieverbrauch reduzieren, die Batterielebensdauer verlängern und den Weg zu umweltfreundlicheren, energieeffizienteren Lösungen ebnen. Hier sind in Zukunft zahlreiche weitere Innovationen zu erwarten.

 

Kurzbiografie:

Lothar Maier wurde im Januar 2005 zum CEO von Linear Technology ernannt. Davor war er über fünf Jahre lang als COO für das Unternehmen tätig gewesen. Vor seinem Wechsel zu Linear Technology hatte Lothar Maier von 1983 bis 1999 verschiedene Führungspositionen bei Cypress Semiconductor Corp. bekleidet, zuletzt als Senior Vice President und Executive Vice President of Worldwide Operations. Er besitzt einen Abschluss als Bachelor of Science in Verfahrenstechnik von der University of California in Berkeley, USA.