EU-Kommission verhängt Millionenstrafen Infineon wegen vermeintlicher Preisabsprache zu 82,8 Mio. Strafe verurteilt

Der Chip-Hersteller soll bei Chip-Karten Preisabsprachen getroffen haben und ist deswegen von der EU-Kommission verurteilt worden.
Der Chip-Hersteller soll bei Chip-Karten Preisabsprachen getroffen haben und ist deswegen von der EU-Kommission verurteilt worden.

Die EU-Kommisssion hat drei Hersteller von Chipkarten, u.a. den deutschen Chip-Riesen Infineon, wegen angeblicher Preisabsprachen in Summe zu einer Strafzahlung in Höhe von 138 Mio. Euro verurteilt, von denen Infineon alleine 82,8 Mio. Euro bezahlen soll.

Bei den anderen verurteilten Firmen soll es sich nach unseren Informationen um Philips und Samsung handeln, gegen die ebenso wie im Fall Infineon schon im Frühjahr 2013 erneut offizielle Ermittlungen gestartet wurden, nachdem erste Ermittlungen der Europäischen Kommission bereits im Jahr 2008 begonnen hatten und zwischenzeitlich wieder eingestellt worden waren. Ein vierter Konzern, Renesas, bekam seine Strafe in Höhe von über 51 Mio. Euro erlassen, weil er die Komission über die Preisabsprachen informiert und die anderen drei Wettbewerber quasi "angeschwärzt" hatte.

Nach Ansicht der Europäischen Kommission sollen die beteiligten Unternehmen wettbewerbsrelevante Informationen ausgetauscht und dadurch gegen EU-Kartellrecht verstoßen haben.

Wie bei solchen Kartellverfahren üblich, bemisst sich das Bußgeld nach dem Umsatz des jeweils betroffenen Unternehmens im fraglichen Zeitraum. Der größte Teil der insgesamt verhängten Geldbußen entfällt schlicht deshalb auf Infineon, weil das Unternehmen zwischen September 2003 und März 2005 einen höheren Anteil am europäischen Markt für Chipkarten-Halbleiter hielt als die anderen betroffenen Unternehmen. Samsung muss somit nur 35 Mio. Euro und Phillips 20 Mio. Euro bezahlen.

Infineon weist sämtliche Vorwürfe als unbegründet zurück. Zudem sieht der Chip-Hersteller seine Verfahrensrechte durch die EU-Kommission verletzt. Infineon will die Entscheidung daher eingehend prüfen und bereitet sich darauf vor, Klage beim Gericht der Europäischen Union in Luxemburg zu erheben.