Geschäftsjahr 2014 Infineon mit Umsatzwachstum und Gewinnsprung

Die Infineon-Zentrale »Campeon«
Die Infineon-Zentrale »Campeon«

Der deutsche Halbleiterhersteller Infineon kann auf ein erfreuliches Geschäftsjahr 2014 zurückblicken. Sowohl Umsatz als auch Gewinn stiegen, dazu arbeiten jetzt fast 30.000 Mitarbeiter für den Chip-Hersteller.

Betrachtet man die Umsatzentwicklung der für Infineon wichtigen Geschäftsfelder Automotive (ATV), Industrial Power Control (IPC), Power Management und Multimarket (PMM) und Chip Card & Security (CSS), wurden hier zusammen 4,32 Mrd. Euro umgesetzt - 477 Mio. Euro oder 12 % mehr als 2013.

ATV könnte um 15 %, IPC sogar um 20 % und CSS sowie PMM jeweils um 7 % gegenüber dem Geschäftsjahr 2013 zulegen, was besonders für IPC erfreulich ist, verlor dieser Bereich im Vorjahr noch 11 % - bedingt durch die z.T. schwache Nachfrage im Bereich erneuerbare Energien.

Im Gegensatz zum Vorjahr stellte sich auch die Entwicklung der Gewinnmargen erfreulich dar. Der Gesamtgewinn wuchs um mehr als 60 % von 325 auf 525 Mio. Euro. Die sogenannten Segmentergebnisse (also das Betriebsergebnis in den einzelnen Geschäftsbereichen ohne diverse Kosten wie Gerichtskosten, Wertminderungen von Vermögenswerten, Beteiligungen an Tochtergesellschaften u.v.m.) stiegen deutlich: ATV erzielte mit 259 Mio. Euro 55 % weniger als im Vorjahr, IPC mit 144 Mio. Euro sogar 3,8x  mehr als 2013, CSS mit 43 Mio. Euro 10 % mehr und PMM konnte mit 172 Mio. Euro um 19 % zulegen.

In Forschung & Entwicklung investierte Infineon im abgelaufenen Geschäftsjahr 550 Mio. Euro, was 25 Mio. Euro weniger als im Vorjahr ist und nur noch 12,7 % des Umsatzes darstellt.

Asien überholt Europa und ist erstmals bei 50 Prozent

Interessant ist ein Blick auf die regionale Umsatzverteilung: Mit insgesamt 50 % (20 % China, 7 % Japan, 23 % restliches Asien) wurde Europa (zusammen mit Afrika und nahem Osten 39 %, davon 20 % Deutschland) abgehängt. Im Vorjahr hatte Europa noch 41 % und Asien 46 % Umsatzanteil (davon Deutschland 21 %), 2012 stand Deutschland sogar noch bei 23 %.

Kerngesund sieht nachwievor die Konzernbilanz aus, im Vergleich zu 2013 hat sich Infineons Finanzlage sogar noch verbessert. Vermögenswerten in Höhe von 6,438 Mrd. Euro (inklusive 1,058 Mrd. Euro Geldmittel und 1,36 Mrd. Euro Finanzinvestitionen) stehen nur noch Verbindlichkeiten in Höhe von 2,28 Mrd. Euro gegenüber. Damit ergibt sich ein Eigenkapital in Höhe von 4,154 Mrd. Euro, fast 400 Mio. Euro mehr als noch im Vorjahr.

Mit 29.807 Mitarbeitern zum Ende des Geschäftsjahres kratzt Infineon erstmals an der 30.000-MA-Marke und wuchs in 12 Monaten um 2.000 Mitarbeiter, davon arbeiten 4.822 in Forschung und Entwicklung.

Der Vorstand hat eine Dividendenausschüttung in Höhe von 0,18 Euro pro Aktie vorgeschlagen - was 6 Cent oder 50 % mehr als im Vorjahr bedeutet. Für das am 1. Oktober beginnende Geschäftsjahr 2015 erwartet Infineon einen Umsatzanstieg um 8 %.