iPad 3G Infineon liefert HF- sowie 3G- und Multimedia-Chip

Am 30. April ist iPad 3G in den USA in die Läden gekommen. Dabei kann Infineon wichtige Design-Wins verbuchen. Neben dem HF-Transceiver kommt auch der 3G-Chip von Infineon.

Nachdem Infineon schon den 3G-Chip für das iPhone 3G/3GS liefert, kann der deutsche Chiphersteller im iPad mit dem PMB8878 sogar noch eins drauflegen. Denn dieser Chip vereint die 3G- mit Multimedia-Funktionen.

Auf der Hauptplatine des iPad 3G ist der links unten (siehe Bild) montierte Infineon-Chip flächenmäßig neben dem Quad-Band-Leistungsverstärker Sky77340 von Skyworks (oben Mitte) der Platzhirsch. Letzterer unterstützt GSM und Edge (GSM 850/900,  DCS1800 und PCS1900).

Infineons Basisband-Chip PMB8878 X-Gold 608 ist für HSDPA, WCDMA und E-GPRS, ausgelegt. Er unterstützt als einer der wenigen Chips dieser Kategorie bereits HSDPA mit 7,2 Mbit/s und WCDMA mit 384 Kbit/s für Up- und Download. In ihm stecken zwei ARM-Cores (ein ARM 926 mit bis zu 312 MHz sowie ein ARM 7). Neben seiner Funktion als  Modem bietet er noch weitreichende Multimedia-Unterstützung wie z.B. einen Hardware-Beschleuniger für MPEG4/H.263, das Aufnehmen oder Abspielen von Videos, USB 2.0. oder eine Kamera-Schnittstelle für bis zu 5 Megapixel.

Desweiteren erkennt man noch einen Flash-Speicherchip von Numonyx, drei Leistungsverstärker-Duplexer von TriQuint Semiconductor (jeweils ein Chip für UMTS-Band 1, 2 sowie 5+6, diese finden sich schon im iPhone 3G/GS) und einen weiteren Infineon-Chip mit der Bezeichnung U6952 in seiner offensichtlich ersten Version. Diesen Chip hat Infineon offiziell nicht im Programm, er dürfte also speziell fürs iPad entwickelt worden sein.

Ausgehend von der Bezeichnung 6952 schließen wir auf einen ähnliche Funktion wie der SMARTi3GE PMB 6952, ein HF-Transceiver mit vier integrierten LNAs (Low Noise Amplifier) und automatischer DC-Offset-Kompensation. Dank diverser Low-Power-Modi ist dieser Transceiver extrem energiesparend.

Auf der zweiten Platine, die schon im iPad ohne 3G-Funktion vorhanden ist, erkennt man neben dem Apple-eigenen A4-Prozessor noch einen I/O-Controller von Broadcom und einen weiteren Flash-Chip von Toshiba. Interessant ist ein Vergleich des A4-Chips (links) mit dem Samsung-Applikationsprozessor aus dem iPhone 3GS: Beide Chips haben derartig ähnliche Aufdrucke, dass wir unsere frühzeitige Vermutung, dass auch der A4-Prozessor von Samsung gefertigt wird, bestätigt sehen.

Laut einer Analyse von iSuppli sollen die Infineon-Komponenten Apple im Einkauf rund 10 Dollar kosten – diese Schätzungen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, die genauen Zahlen kennen nur die Manager bei Apple und Infineon.