ExoMars-Mission der ESA Infineon-Halbleiter auf dem Weg zum Mars

Die ExoMars-Mission 2016 der ESA ist mit einem halben Dutzend verschiedener Kamerasysteme und Analysegeräte von Infineon ausgestattet.
Die ExoMars-Mission 2016 der ESA ist mit einem halben Dutzend verschiedener Kamerasysteme und Analysegeräte ausgestattet.

Gestern sollte der erste »Botschafter« Europas auf dem Mars landen. An Bord der Sonde befinden sich verschiedene Halbleiter von Infineon für Kamerasysteme und Analysegeräte. Zwar ist die Sonde bereits gelandet, doch noch gibt es kein Signal von der ExoMars-Mission.

Am 14. März 2016 startete die ExoMars-Sonde ihre lange Reise zum Mars und hat seitdem 496 Millionen km zurückgelegt. Im Weltraum war die Sonde extremer kosmischer Strahlung ausgesetzt und musste Temperaturen von -270 °C aushalten. Die widrigen Bedingungen stellen höchste Anforderungen an die Zuverlässigkeit elektronischer Komponenten für Energieversorgung und Kommunikation. IR HiRel, ein Unternehmen von Infineon, hat sich mehr als 2.000 Mal an derartigen Raumfahrtprogrammen beteiligt. Auch der Mars ist dabei nichts Neues, denn seit über vier Jahren fährt der Mars-Rover Curiosity über die Oberfläche des Roten Planeten. Das Hightech-Labor der NASA ist mit über 500 IR-HiRel-Komponenten ausgestattet. Seither macht der Rover regelmäßig Aufnahmen mit seinen Spezialkameras. Die Kameras nutzt der Rover auch zum Navigieren. Mit seinem Roboterarm nimmt er Boden- und Gesteinsproben, während ein eingebauter Nuklearreaktor den Strom liefert.

Das Projekt ExoMars der ESA verfolgt ebenfalls das Ziel, Spuren von Leben auf dem Mars zu finden. Die Mars-Mission besteht aus dem Spurengas-Orbiter (TGO) und einem Modul für den Eintritt in die Marsatmosphäre, den Abstieg und die Landung auf dem Mars (EDM, kurz für: Entry, descent and landing Demonstrator Module). Das EDM trägt den Namen des italienischen Astronomen Schiaparelli. Der TGO enthält wissenschaftliche Instrumente, um atmosphärische Gase wie Methan aufzuspüren und zu untersuchen – also mögliche Hinweise auf Leben. Schiaparellis Sensoren überwachen den Landevorgang und analysieren die Umgebung am Lande-Ort. Das Landemodul wird nicht sehr lange in Betrieb sein; die Batterien sind für maximal vier Tage ausgelegt.

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Projekt ExoMars 2016

Erstmals entsendet Europa einen »Botschafter« auf den Mars. Das ist bereits das zweite Mal, dass dort mit Mikroelektronik von Infineon nach Spuren von Leben gesucht wird.

Der TGO, der über seine Solarzellen mit Energie versorgt wird, soll dagegen wesentlich länger funktionieren. Er dient nicht nur als Forschungsmodul, sondern auch als Kommunikationsverbindung zwischen Schiaparelli und dem Missionskontrollzentrum. Der TGO wird auch noch aktiv sein, um die zweite Phase von ExoMars zu unterstützen: 2020 soll ein Rover die Mission fortsetzen, ausgestattet mit einem Bohrer und einem Instrumentensatz für exobiologische und geochemische Untersuchungen. Roscosmos, die russische Partnerorganisation der ESA bei der ExoMars-Mission, hatte bereits für die erste Mission eine Proton-Rakete für den Start bereitgestellt und liefert die auch für die zweite Mission.

Zwar scheint die Sonde auf dem Mars gelandet zu sein, doch warten die Raumfahrtbehörden noch immer auf ein Signal von der Sonde. Laut ESA wurde vor dem Eintritt in die Atmosphäre des Roten Planeten um 16.42 Uhr über die Radioteleskop-Anlage für Wellenlängen im Meterbereich, das Giant Metrewave Radio Telescope (GMRT) im indischen Pune, ein Kontakt mit dem EDM hergestellt, kurz nachdem es begonnen hatte ein Signal auszusenden. Das Signal wurde jedoch einige Zeit vor der Landung verloren.

Es bleibt also noch spannend, ob die Sonde die Oberfläche tatsächlich unversehrt erreicht hat. Die Batterien des EDMs sollten lange genug reichen, um zahlreiche Gelegenheiten für die Wiederherstellung einer Kommunikationsverbindung zu ermöglichen.