Positive Überraschung Infineon erzielt höheren Umsatz als geplant

Der deutsche Chiphersteller Infineon erzielte im 3. Quartal seines Geschäftsjahres 2013 einem Umsatz von 1,022 Mrd. Euro und einen Gewinn von 77 Mio. Euro. Laut CEO Dr. Reinhard Ploss will Infineon zukünftig an einer Erhöhung der Profitabilität arbeiten.

Gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres konnten die Neubiberger damit ihren Umsatz um 11 % steigern, der Gewinn fiel allerdings marginal geringer aus: seinerzeit wurden bei 990 Mio. Euro Umsatz immerhin 82 Mio. Gewinn erwirtschaftet.

Alleine 45 % des Umsatzes wurde im Geschäftsbereich Automotive erwirtschaftet, dessen Umsatz getrieben durch eine steigende Auto-Produktion in den USA und Asien um 8 % auf 459 Mio. Euro gewachsen ist. Das sogenannte Segmentergebnis sank allerdings von 54 auf 52 Mio. Euro. Noch erfreulicher entwickelte sich der Geschäftsbereich Power Management & Multimarket, dessen Einnahmen immerhin für 26 % des Gesamtumsatzes stehen. Der Umsatz stieg um 17 % auf 266 Mio. Euro, das Segmentergebnis sogar um 39 % von 33 auf jetzt 46 Mio. Euro. Für diese positive Entwicklung waren primär Stromversorgungs-Chips für Server und Mobilgeräte verantwortlich.

Wenig Freude bereiten die kleineren Geschäftsbereiche Chipcard & Security (CSS), der für 12 % von Infineons Gesamtumsatz steht, und Industrial Power Control (IPC), der auf 17 % Umsatzanteil kommt. Bei CSS ging der Umsatz um 2 % von 122 auf 119 Mio. Euro zurück, das Segmentergebnis sogar um 44 % von 18 auf 10 Mio. Euro. Bei IPC musste trotz starker Nachfrage für Leistungshalbleiter wie IGBTs z.B. für erneuerbare Energien in China ebenfalls ein Umsatzrückgang in Höhe von 2 % von 177 auf 173 Mio. Euro hingenommen werden, das Segmentergebnis halbierte sich mit 13 Mio. Euro gegenüber dem Vorjahr sogar.

Eine Analyse der Umsatzverteilung über weltweite Regionen zeigt, warum Infineon trotz Wachstums in den USA und Asien kein noch besseres Ergebnis vorweisen kann: Der deutsche Chiphersteller generierte in der Vergangenheit den größten Umsatzanteil in Europa, wo wenig überraschend u.a. durch die desaströse Situation beim Auto-Absatz Verkaufsrückgänge zu verzeichnen sind. Von den gegenüber 2012 eingebüssten 16,9 Mio. Euro steht alleine Deutschland für einen Rückgang in Höhe von 13,4 Mio. Euro.

Mit 40 % kommt Infineon in Asien auf einen identischen Umsatzanteil wie in Europa. Von den 32,6 Mio. Euro Mehrumsatz gegenüber 2012 kommen alleine 25,4 Mio. Euro aus China - die Umsätze in China betragen nur noch rund 20 Mio. Euro weniger als in Deutschland (Tabelle). Noch in Q3 2011 stand Europa für 49 % Umsatz (davon Deutschland für 28 %), Asien kam lediglich auf 36 % (davon China 15 %).

Wenn man sich die aufkummulierten Umsätze der ersten 3 Geschäftsquartale in Summe ansieht, werden die Verschiebungen noch deutlicher: Während der Umsatzanteil in Europa von 46 % auf 41 % zurückging (in Deutschland von 24 auf 20 %), stieg er in Asien von 37 auf 40 %.

Sehr erfreulich stellt sich nachwievor Infineons Geldposition dar: Nach Abzug - im Vergleich zu anderen Chip-Herstellern - fast schon lächerlicher Kredite in Höhe von 305 Mio. Euro verbleiben 1,832 Mrd. Euro Guthaben - eine Summe, über die sich einige direkte Wettbewerber sicherlich freuen würden.

 

 

RegionUmsatzanteil Q3 2013 in %Umsatz Q3 2013 in Mio. EuroUmsatzanteil Q3 2012 in %Umsatz Q3 2012 in Mio. EuroVeränderung in Mio. Euro 2013 zu 2012
EMEA40 %408,843 %425,7-16,9
davon Deutschland20 %204,422 %217,8-13,4
Asien ohne Japan40 %408,838 %376,2+32,6
davon China18 %183,916 %158,4+25,4
Japan6 %61,37 %69,3-8,0
Amerika14 %143,012 %118,8+24,2
Summe100 %1022100 %990+32,0