Mehr Umsatz und Gewinn Infineon blickt auf erfolgreiches 3. Quartal zurück

Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss mit BMWs E-Car i30, dessen Elektronik maßgeblich von Infineon stammt.
Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss mit BMWs E-Car i3, dessen Elektronik maßgeblich von Infineon stammt.

Der Halbleiterhersteller Infineon hat im abgelaufenen 3. Quartal seines Geschäftsjahres 2014 sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zugelegt. Getragen wird dies Wachstum vom Automobilgeschäft und Industrial Power Control, die beide ein zweistelliges Wachstum zu verzeichnen hatten, sowie dem Geschäft in Asien, das mittlerweile Infineons weltweit umsatzstärkste Region darstellt. Den Börsianern reichte das Ergebnis aber nicht: Der Aktienkurs brach um fast 5 Prozent ein.

Mit 1,11 Mrd. Euro Umsatz konnte Infineon im Zeitraum von März bis Juni 2014 rund 9 % mehr Einnahmen verbuchen als im identischen Zeitraum 2013, dazu wurde ein Gewinn von 143 Mio. Euro verbucht - fast doppelt soviel wie in Q3 2013 (77 Mio. Euro).

Noch erfreulicher sieht das Gesamtgeschäftsjahr, also die ersten 3 Quartale in Summe, aus: Hier konnten 3,145 Mrd. Euro umgesetzt werden (gegenüber 2,79 Mrd. in 2013) und ein Gewinn von 354 Mio. Euro verbucht werden - fast dreimal soviel wie die 130 Mio. Euro in 2013.

Die Börse nahm diese Zahlen allerdings nicht mit großer Freude auf: Bis 11 Uhr ist Infineons Börsenkurs um fast 5 % eingebrochen - wie üblich wurden primär Erwartungshaltungen statt reale Zahlen bewertet.

Getragen wurde Infineons Wachstum primär von seinem Automotive-Geschäft, das für 46 % des Gesamtumsatzes in Q3 2014 stand und das gegenüber dem identischen Quartal 2013 um 11 % beim Umsatz und sogar um 35 % beim Überschuss zulegte.

Der zweite Wachstumsbereich war Industrial Power Control (IPC), das um 16 % beim Umsatz und von 13 auf 40 Mio. Euro beim Ergebnis drauflegen konnte. IPC ist allerdings deutlich kleiner als Automotive (18 % des Gesamtumsatzes), so dass die erfreuliche Entwicklung weniger stark auf Infineons Gesamtbilanz durchschlagen konnte.

Im Vergleich dazu stehen die anderen beiden Geschäftsbereiche bescheiden dar: Power Management & Multimarkt legte zwar beim Umsatz um 2 % auf 271 Mio. Euro zu, der Überschuss blieb mit 46 Mio. Euro allerdings konstant, so dass die Rendite sogar sank. Ähnliches galt für Chip Card & Security: Einem bescheidenen Umsatzwachstum von 3 % auf 123 Mio. Euro steht ein unveränderter Überschuss in Höhe von 10 Mio. Euro gegenüber, auch hier sank im Vergleich zu 2013 die Rendite.

Asien und China als Wachstumsregionen

Infineons CEO Dr. Reinhard Ploss war der einzige DAX-Vorstandschef, der dieses Jahr sowohl mit Wirtschaftsminister Gabriel (April) als auch mit Bundeskanzlerin Merkel (Juni) nach China reiste. Ein Blick auf die regionale Umsatzverteilung zeigt, dass es dafür gute Gründe gibt: Asien hat Europa längst als Infineons wichtigsten Markt abgelöst. Rund 43 % seines Umsatzes (davon alleine 19 % China) generiert Infineon in Asien, nur noch 39 % in EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) - 20 % seines Gesamtumsatzes wird dabei in Deutschland erzielt. Japan steht für (stagnierende) 7 % und Nordamerika für 11 % (gegenüber 14 % in Q3 2013) des Gesamtumsatzes.

Gewachsen ist auch Infineons Netto-Cash-Position, also die Zahlungsmittel abzüglich von Verbindlichkeiten: 2,073 Mrd. Euro haben sich zum 30.6.2014 mittlerweile aufgehäuft, was nochmals 250 Mio. Euro mehr sind als zum 30.6.2013. Und last but not least: Die weltweite Mitarbeiterzahl bewegt sich in Richtung 30.000, am 30.6.2014 arbeiteten für Infineon 28.954 Mitarbeiter(innen), dies sind 2.744 mehr als zum 30.6.2013.

In Zeiten, in denen diverse Chip-Hersteller Personalreduktionen vorgenommen haben, ist das doch eine wirklich erfreuliche Nachricht.