Kooperation von NASA und HPE Houston, wir haben einen Standard-Computer

Der Spaceborne Computer, ismoetrische Ansciht
Der Spaceborne Computer, ismoetrische Ansicht

Der leistungsstärkste Computer der jemals ins All geschossen wurde, ist ein Standard-Computer. Die NASA und HPE testen im Projekt »Spaceborne Computer« wie sich Standard-Komponenten unter den schwierigen Bedingungen im Weltraum verhalten. Ein weiterer Schritt in Richtung unserer planetaren Nachbarn.

Sonneneruptionen, subatomare Partikel, Mikro-Meteoriten, instabile Spannungsversorgung und irreguläre Kühlung. Die Bedingungen im Weltraum sind hart, nicht nur für Menschen sondern auch für Computer. Besonders die kosmische Strahlung setzt den Transistoren der Rechner zu. Darum werden in Shuttles und Forschungsstationen Spezialbauteile genutzt. Doch die sogenannten »Radiation hardened«-Bauteile sind teurer und langsamer als kommerzielle Produkte. Bis jetzt war dies ein geringes Problem da große Rechenaufgaben auf der Erde durchgeführt werden konnten. Doch je weiter die Menschheit in die Tiefen des Weltalls vordringt desto größer werden die Verzögerungen bei der Datenübermittlung. So dauert es an die 40 Minuten eine Anfrage vom Mars zur Erde und wieder zurück zu senden, äußerst unpraktisch bei zeitkritische Anfragen.

Spaceborne Computer

Im Rahmen des Projekts »Spaceborne Computer« testet die NASA zusammen mit Hewlett Packard Enterprise (HPE), die Zuverlässigkeit eines Intel-Xeon-Servers mit Linux-Betriebssystem im Weltraum. Für ein Jahr, also ungefähr die Dauer eines Trips zum Mars, soll der Rechner der Baureihe Apolle 40, bestehend aus Standard-Komponenten, an Bord der ISS getestet werden. Damit befindet sich zum ersten Mal auch eine Maschine mit 1 Teraflops an Rechenleistung an Bord der kosmischen Forschungsstation.

Der Computer wird zusammen mit 2 Tonnen weiterem Equipment an Bord einer SpaceX CRS-12 Rakete transportiert. Der Start findet heute (14.08.201) um 18:31 Uhr CEST statt.