Wirtschaftsminister im Chip-Mekka Halbleiterverband will Fördergeld - Rösler lehnt ab

Anlässlich eines Besuches von Bundeswirtschaftsminister Rösler im deutschen Chip-Mekka »Silicon Saxony« in und um Dresden forderte der dort ansässige Halbleiterverband mehr Fördergeld vom Bund, um Subventionen in den USA und Asien zu kompensieren und gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Rösler lehnte dieses ab.

In einem Strategiepapier mit der Bezeichnung “Dresdner Position”, das sie Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) anlässlich seines Besuches in Dresden übergeben haben, haben Vertreter der sächsischen Chip-Industrie u.a. von Infineon und Gloablfoundries um ein größeres finanzielles Engagement der Bundesregierung für die deutsche Mikroelektronik geworben.

Eine Spitzenposition des Dresdner Chip-Standortes könne der gesamten deutschen Wirtschaft beim nächsten großen Automatisierungssprung, beim Übergang zur „Industrie 4.0“ einen entscheidenden internationalen Wettbewerbsvorteil verschaffen, betonten Vertreter des sächsischen Hightech-Verbandes „Silicon Saxony“ gegenüber Rösler. „Die deutsche Mikroelektronik ist der Automobil-, Sicherheits-, Energieeffizienz- und Industrieelektronik weltweit führend“, erklärte Verbands-Vorstand und Infineon-Dresden-Chef Helmut Warnecke. „Für die gesamte deutsche Industrie ist das ein bedeutender Standortvorteil, um Industrie 4.0 den Durchbruch zu ermöglichen und neue Produkte und Verfahren für den Weltmarkt zu generieren.“

Deutschland wurde dabei dank seiner gut ausgebildeten Ingenieure und Innovationskraft eine gute Prognose erteilt, wenn weltweit gleiche Wettbewerbsbedingungen herrschen würden – was aktuell dank hoher Subventionen u.a. in den USA, Korea und Taiwan für den bau von Chipfrabriken nicht der Fall ist.

In dem Strategiepapier „Dresdner Position“ fordert „Silicon Saxony“ eine Anerkennung der Mikroelektronik als Schlüsseltechnologie, die Schaffung eines besseren Investitionsklimas und grenzübergreifende Kooperationen in Forschung, Entwicklung und bei Pilotlinien. Durch eine höhere nationale Cofinanzierung hoffen sie auf mehr EU-Fördergelder, ähnlich wie es Frankreich derzeit praktiziert. „Der deutsche Markterfolg in der Industrie 4.0 wird stark vom frühest möglichen Einsatz zu neuester Halbleiter-Technologie abhängen“, heißt es in den Schreiben.

Rösler indes bekräftigte die bisherigen Positionen des Bundes, der zwar vorwettbewerbliche Chip-Forschung fördert, die milliardenschweren Investitionen in Fabs selbst aber als Aufgabe der freien Wirtschaft sieht. Er forderte die Industrie auf, sich dafür besser zu vernetzen.