Hardware-Händler stellt Verkauf ein Grafikkarten-Engpass wegen Ethereum-Mining-Boom

Das Ethereum-Mining erlebt zurzeit einen Boom
Das Ethereum-Mining erlebt zurzeit einen Boom

Der Ethereum-Mining-Hype hat die Nachfrage nach Grafikkarten in die Höhe getrieben. Nun reagiert der erste Online-Händler und stellt den Verkauf der betroffenen Komponenten ein.

Ethereum bezeichnet nicht ein besonders seltenes Metall, sondern eine Plattform für Smart Contracts, die als Zahlungsmittel die Kryptowährung Ether verwenden. Diese kann wie Bitcoins gemint werden, greift dabei aber stark auf die GPU zu. Ethereum erlebt gerade einen Boom mit weitreichenden Auswirkungen. Seit einiger Zeit kommt es zu einem Lieferengpass bei Grafikkarten, erst von AMD nun auch von NVidia. Betroffen sind dabei die RX 500-Reihe von AMD Radeon sowie die GeForce GTX 1060, 1070 und 1080 von NVidia.

Je mehr Grafikkarten desto mehr Ether

Anders als ein Gamer, der zwei Grafikkarten auf einmal braucht, nutzen Etehreum-Miner so viele wie sie sich leisten können. Zusätzlich kaufen die Miner zum Teil direkt bei den Produzenten, so dass die Hardware es nicht mehr bis nach Europa schafft. Die Auswirkungen dieses Hypes bekommen nun auch Hardware-Reseller, wie Caseking oder Mindfactory, zu spüren. Letztere haben nun reagiert und entschieden, vorerst keine weiteren Grafikkarten der betroffenen Hersteller zu verkaufen. Zuvor hatten sie bereits versucht durch eine Begrenzung der Stückzahlen die Situation abzumildern. Da es aber mehr Ethereum-Miner als angenommen gibt, konnte dies die Situation nicht entspannen. Die gestiegene Nachfrage treibt auch die Preise nach oben, in einem Fall um 50% innerhalb weniger Wochen.

Aussitzen und abwarten

Auf Facebook erklärt der Online-Händler Mindfactory am Freitag, dass er bestehende Vorbestellungen storniert hat: »Wir möchten nicht zum Problem beitragen, indem wir den Mining-Markt mit Vorrang versorgen. Gleichzeitig möchten wir nicht, dass Ihr diese Karten zu stark erhöhten Preisen vorbestellt und dabei nicht einmal ein Lieferdatum habt. Statt zu spekulieren, ziehen wir vorerst die Bremsen an und warten darauf, dass sich der Markt wieder beruhigt und wir somit auch wieder genaue Informationen weitergeben können.« Die Reaktionen auf Facebook zu dieser Ankündigung waren hauptsächlich verständnisvoll und positiv.

NVidia und AMD sind sich dieser Situation auch bewusst und versuchen nun, zum Beispiel über die Ankündigung einer Grafikkarte die extra für Mining angelegt ist, die Situation zu entspannen.