Qualcomm ist Auftragsdesigner für Mobilchip Google folgt Apple mit eigenem Handy-Prozessor

Der X8-Prozessor soll Android-Smartphones mit "Google Now"-Funktionalität unterstützen.
Der X8-Prozessor soll Android-Smartphones mit "Google Now"-Funktionalität unterstützen.

Google hat über eine Tochter Motorola einen eigenen Smartphone-Prozessor zur Unterstützung der Spacheingabefunktion "Google Now" entwickeln lassen, den "Motorola X8". Anders als Apple, das seine AX-Chips im Alleingang entwickelte, nutze Google den Chip-Hersteller Qualcomm als Auftragsdesigner - um an dessen Krait-Mikroarchitektur heranzukommen.

Bei dem X8-Chip handelt es sich um einen "aufgebohrten" MSM8960T-Chip von Qualcomm, der um zwei Hardware-Blöcke mit den Bezeichnungen L-NLP ""Natural Language Processor" für die Spracheingabe von "Google Now" und CCP ("Context Computing Processor") erweitert wurde.

Da Qualcomm seine ARMv7-kompatible hauseigene Krait-Mikroarchitektur nicht an Drittfirmen lizensiert, musste Google Qualcomm als Auftragsdesigner für den modifizierten Snapdragon-Chip nutzen. Die Idee hinter L-NLP und CCP ist, ein Smartphone selbst in verriegeltem Zustand und Sleep-Modus in einem "Always On" Zustand zu halten, wo es auf Spracheingabe reagieren kann. Aus Energiespargründen wird dieses bei zukünftigen Geräten mit dem X8-Prozessor nicht mehr von den Haupt-CPUs, sondern den neuen Hardware-Blöcken umgesetzt. 

Google Now ist eine Erweiterung der Google Search App mit einer Spracherkennungssoftware zur Verarbeitung von natürlich gesprochener Sprache. Der Funktionsumfang („Karten“ genannt) reicht von aktuellen Wetter-, Verkehrs- und Nachrichteninformationen bis zum automatischen Scannen von E-Mails auf wichtige Informationen, wie etwa Bestätigungen für Tickets zu Veranstaltungen, und wird laufend erweitert.

Der große Unterschied von Google Now zu Apples Siri ist, dass die Informationen situationsbedingt erscheinen – so erscheint etwa vor einem Termin die Route dafür oder in der Nähe eines Kinos werden aktuelle Filme angezeigt. Die Suchanfragen werden mit Hilfe der Google-Prediction-API vorausgesagt und angezeigt.

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Diese Teile stecken in Google Glass

Das steckt in Google Glass

Der L-NLP ist technisch gesehen ein Always-On-Sensor-Hub, der die Audio-Eingänge überwacht - konkret  den Mikrofon-Eingang -, Rauschunterdrückungs-Algorithmen abarbeitet und die Spracherkennung durchführt. Der CCP wertet ebenfalls in einem Always-On-Modus Daten von diversen Handy-Sensoren aus, um den sogenannten Always-On-Display-Modus zu unterstützen.

Die beiden Haupt-Krait-CPUs made by Qualcomm werden wie beim gewöhnlichen MSM8960T mit 1,7 GHz getaktet, als GPU kommt die mit 400 MHz getaktete und ebenfalls von Qualcomm entwickelte Adreno-320 zum Einsatz, die mit ihren 16 Schattierer-Einheiten eine Pixel-Füllrate von 3,2 Millionen Pixel/s liefert.

Die im X8-Chip verbaute Technologie hat das Potential, Google Now in Android-Handys deutlich voranzubringen. Bislang muss man einen Knopf drücken um es zu aktivieren, zudem wurden die Spracherkennungs-Algorithmen in der Cloud abgearbeitet und zahlreiche heutige Smartphones haben Probleme mit der Battierielaufzeit. Durch die Always-On-Modi der beiden neuen Co-Prozessoren werden zukünftige Geräte im Idealfall sogar in der Hosentasche auf Kommandos reagieren, durch die lokale Spracherkennung auf dem Gerät wird Google Now zudem schneller und energiesparender, da nicht ständig Daten über das Modem mit der Cloud ausgetauscht werden müssen.

Man darf gespannt sein, ob Apple eine ähnliche Technologie in seinen zukünftigen AX-Chips für das iPhone einbauen wird - denn auch Siri leidet heute dank der Cloud-Verarbeitung noch unter den Herausforderungen, die Google Now bislang hatte - Energie und Geschwindigkeit.

Der L-NLP ist technisch gesehen ein Always-On-Sensor-Hub, der die Audio-Eingänge überwacht - konkret  den Mikrofon-Eingang -, Rauschunterdrückungs-Algorithmen abarbeitet und die Spracherkennung durchführt. Der CCP wertet ebenfalls in einem Always-On-Modus Daten von diversen Handy-Sensoren aus, um den sogenannten Always-On-Display-Modus zu unterstützen.

Die beiden Haupt-Krait-CPUs made by Qualcomm werden wie beim gewöhnlichen MSM8960T mit 1,7 GHz getaktet, als GPU kommt die mit 400 MHz getaktete und ebenfalls von Qualcomm entwickelte Adreno-320 zum Einsatz, die mit ihren 16 Schattierer-Einheiten eine Pixel-Füllrate von 3,2 Millionen Pixel/s liefert.

Die im X8-Chip verbaute Technologie hat das Potential, Google Now in Android-Handys deutlich voranzubringen. Bislang muss man einen Knopf drücken um es zu aktivieren, zudem wurden die Spracherkennungs-Algorithmen in der Cloud abgearbeitet und zahlreiche heutige Smartphones haben Probleme mit der Battierielaufzeit. Durch die Always-On-Modi der beiden neuen Co-Prozessoren werden zukünftige Geräte im Idealfall sogar in der Hosentasche auf Kommandos reagieren, durch die lokale Spracherkennung auf dem Gerät wird Google Now zudem schneller und energiesparender, da nicht ständig Daten über das Modem mit der Cloud ausgetauscht werden müssen.

Man darf gespannt sein, ob Apple eine ähnliche Technologie in seinen zukünftigen AX-Chips für das iPhone einbauen wird - denn auch Siri leidet heute dank der Cloud-Verarbeitung noch unter den Herausforderungen, die Google Now bislang hatte - Energie und Geschwindigkeit.