1,5 Milliarden Zuschuss Globalfoundries übernimmt IBMs defizitäres Halbleitergeschäft

IBM-CEO Ginni Rometty verkaufte letzendlich doch noch die defiztäre Chip-Sparte.
IBM-CEO Ginni Rometty verkaufte letzendlich doch noch die defiztäre Chip-Sparte.

Nachdem diesbezügliche Gerüchte schon lange im Umlauf sind, wurde der Deal heute offiziell verkündet: Globalfoundries übernimmt das schon länger hoch defizitäre Chip-Geschäft von IBM und bekommt dafür eine Kompensation in Höhe von 1,5 Mrd. Dollar.

IBM wird Globalfoundries über drei Jahre verteilt 1,5 Mrd. Dollar für die Übernahme des Chip-Geschäftes bezahlen, das nach Insider-Informationen IBM zuletzt pro Jahr 1,5 Mrd. Dollar Verlust bescherte und weniger als 2 Prozent zu IBMs Umsatz beigetragen hat.

IBM soll im Gegenzug von Globalfoundries nicht weiter bezeichnete Assets im Wert von 200 Mio. Dollar erhalten, was in Summe zu einem Kaufpreis von 1,3 Mrd. Dollar führt.

Globalfoundries hat sich weiterhin für 10 Jahre verpflichtet, IBM mit PowerPC-Prozessoren in 22-, 14- und 10-nm-Fertigung zu beliefern, welche u.a. in Mainframe-Computern und im Rahmen der Watson-Daten-Analyse-Technik zum Einsatz kommen.

Gerüchte über einen Verkauf von IBms Chip-Sparte gibt es schon lange, allerdings konnte man sich laut der Nachrichtenagentur Bloomberg nicht auf einen Preis einigen: Während IBM nur 1 Mrd. Dollar zahlen wollte, bestand Globalfoundries angeblich auf einer Kompensationszahlung in Höhe von 2 Mrd. Dollar, geeinigt hat man sich offenbar nun in der Mitte.

Globalfoundries soll primär in IBM-IP und den in der Halbleiter-Forschung arbeitenden Ingenieuren als in den Chip-Fabriken selbst interessiert sein. In der Tat präsentierten IBM-Forscher in der Vergangenheit häufig Forschungsergebnisse auf den weltführenden Halbleiter-Konferenzen wie IEDM oder ISSCC.

Nach Abschluss der Transaktion wird Globalfoundries die IBM-Fertigungsstätten in East Fishkill, New York, und Essex Junction, Vermont, mit tausenden von Arbeitsplätzen übernehmen und betreiben und so seine Kapazitäten erhöhen.

Nahezu alle IBM-Mitarbeiter, die Teil der Transaktion in den beiden Werken sind, sollen übernommen werden. Davon ausgenommen ist ein Team der Halbleiterservergruppe, das bei IBM verbleibt. Dadurch wird Globalfoundries zum größten Arbeitgeber in der Halbleiterfertigung im Nordosten der USA. Das Unternehmen erwirbt mit der Halbleitersparte von IBM ASIC und anderes Spezial-Foundrygeschäft, Fertigung mit dazugehörigen Geschäftsbereichen sowie Verkauf.