Smartphone-Markt nur für Samsung und Apple profitabel Geldfluss in der Einbahnstraße Richtung Apple

Der operative Gewinn, der im Smartphone-Sektor erwirtschaftet wird, fließt aktuell fast ausschließlich in Richtung eines Unternehmens.
Der operative Gewinn, der im Smartphone-Sektor erwirtschaftet wird, fließt aktuell fast ausschließlich in Richtung eines Unternehmens.

Der Smartphonemarkt ist umkämpft. Einige namhafte Anbieter schaffen hier seit Jahren nur noch den Breakeven oder schreiben sogar rote Zahlen. Derweil geht beinahe der gesamte operative Gewinn des Marktes an Apple. Laut einer Analyse des kanadischen Geldhauses Canaccord Genuity sind es im Q3 2015 ungefähr 94 %.

Das einzige weitere Unternehmen aus den von Canaccord Genuity ausgewiesenen Top 8 Smartphone-Herstellern, das in diesem Zeitraum ebenfalls profitabel arbeitete, ist Samsung. 11 % des operativen Gewinns entfallen auf den koreanischen Hersteller. Microsoft, Lenovo, Sony und HTC werden mit jeweils 1 % Verlust ausgewiesen. Die Bilanzen der Hersteller BlackBerry und LG lesen sich im Q3 als Nullsummenspiel.

Verteilte sich der Gewinn vor fünf Jahren noch auf mehrere Unternehmen, hat sich der Markt jetzt noch weiter verengt. Im Jahr 2010 arbeiteten laut der Analyse von Canaccord Genuity neben Apple und Samsung auch HTC (6 %), TCL (6 %) und natürlich Microsoft (19 %) und BlackBerry (19 %) profitabel. 2012 lag nur noch Samsung mit einem Anteil von 34 % am operativen Gewinn des Marktes grob in Reichweite von Apple (damals 69 %).

Erstaunlich an der heutigen Gewinnverteilung ist, dass sie gar nicht mit der Verteilung der von Apple und Samsung tatsächlich verkauften Smartphones übereinstimmt: Im Q2 2015 wurden 72,6 Mio. Samsung-Smartphones verkauft und 47,5 Mio. von Apple (hier zum ausführlichen Bericht). In einem Satz zusammengefasst: Samsung weiß, wie man Stückzahlen absetzt und Apple, wie man Geld verdient.

Geht man nur nach den Stückzahlen, tauchen hier auch Unternehmen in den Top 5 auf, die das kanadische Geldhaus gar nicht betrachtet hat. Huawei liegt mit 35,2 Mio. verkauften Smartphones auf Platz drei, direkt vor dem chinesischen Senkrechtstarter Xiaomi, der 18,9 Mio. Stück an den Endkunden brachte. Weshalb diese Verkäufe nicht für einen Anteil am Gewinn des Smartphonemarktes reichen, liegt auch an den unterschiedlichen Geschäftsmodellen.

Bei Apple schlägt man eine sehr hohe Marge auf den Gerätepreis – bei der 64-Gbyte-Variante des iPhone 6S sind es laut einer Herstellungskostenschätzung von Analysten der Bank of America beispielsweise knapp 650 €. Ist diese Einschätzung korrekt, entspricht das circa 75 Prozent des Verkaufspreises von 849 €. Im Gegensatz dazu verkauft man bei Xiaomi die Geräte bewusst ungefähr zum Selbstkostenpreis. Der Gewinn soll mit Umsatzbeteiligungen an kostenpflichtigen Apps, Dienstleistungen und durch den Verkauf von Zubehör erzielt werden. Die Smartphones stellen in diesem Modell nur die nötige Basis dar, die man deshalb so günstig wie möglichen halten will.