Umsatzrendite über 10 Prozent Freescale: Tolle Quartalsbilanz mit einem Wermutstropfen

Der Merger zwischen NXP Semiconductors und Freescale Technology wirft auch auf dem FTF 2015 seine Schatten voraus – vielleicht gibt es im nächsten Jahr ein FTF unter NXP-Flagge. »NTF« als Name kommt aber wohl nicht in Frage, denn mit NTF verbinden viele: »No Trouble Found«.

Der amerikanische Halbleiterhersteller Freescale hat im 2. Quartal 2015 erstmals seit 9 Jahren wieder eine zweistellige Umsatzrendite erwirtschaftet. Dazu kommt eine signifikante Verringerung der Schuldenlast, die totale Freude wird nur von einem Geschäftsbereich getrübt, dessen Umsatz regelrecht einbrach.

Mit 1,198 Mrd. Dollar Umsatz konnte Freescale den Umsatz des gleichen Vorjahreszeitraum zwar nur um 7 Mio. Dollar übertreffen, der Gewinn stieg jedoch von 86 Mio. Dollar um 41 % auf 122 Mio. Dollar an.

Damit erzielte der Chip-Hersteller eine Umsatzrendite von 10,2 %, zuletzt gab es eine zweistellige Rendite in einem 2. Quartal im Jahr 2006, gefolgt von teilweise verheerenden Verlusten.

In den meisten Geschäftsbereichen konnte dabei weiteres Wachstum verbucht werden: Die Mikrocontroller erhöhten den Umsatz von 246 Mio. auf 291 Mio. Dollar, Analog&Sensors setzte 223 Mio. Dollar um (gegenüber 205 Mio. Dollar in Q2 2014), HF stieg von 120 gleich auf 177 Mio. Dollar. Die Automotive-MCUs hingegen verloren allerdings sehr leicht von 308 auf 305 Mio. Dollar.

Einziger Wermutstropfen in der Freescale-Bilanz ist die Umsatzentwicklung im Bereich Netzwerk. Hier brach der Umsatz regelrecht ein, von 291 auf nur noch 184 Mio. Dollar in Q2 2014, ein Minus von fast 37 %. Dies gibt Anlass zur Spekulation, nachdem NXPs CEO Rick Clemmer im Rahmen der geplanten Freescale-Übernahme zunächst den Geschäftsbereich als "nicht strategisch" bezeichnet hatte, um sich dann doch gegen einen Verkauf auszusprechen, solange "er Geld verdiene". Ob dies in Q2 2015 noch der Fall war, ist zumindest zweifelhaft (Freescale weist in Quartalszahlen keine operativen Gewinne/Verluste aus). 

Erfreulich war in den letzten 12 Monaten aus Freescale Sicht die Entwicklung der Schuldenlast: Das negative Eigenkapital ging von 3,728 auf 3,173 Mrd. Dollar zurück, da die langfristigen Schulden von 5,75 auf 5,169 Mrd. Dollar reduziert werden konnten.

Als CEO Gregg Lowe im Jahr 2012 bei Freescale anheuerte, betrug die Schuldenlast noch rund 6,5 Mrd. Dollar. Er konnte diese somit in seiner wegen der Übernahme durch NPX bald endenden Amtszeit um rund 1,3 Mrd. Dollar reduzieren und dabei den Chip-Hersteller zurück in die Gewinnzone führen.