Freescale Technology Forum: Freescale bringt Motorsteuerungs-Controller mit ARMs "Pelican"-Core

Das FTF 2014 findet im texanischen Dallas statt.
Das FTF 2014 findet im texanischen Dallas statt.

Bislang bedient der Chip-Hersteller Freecale Anwendungen wie Motorsteuerungen oder Wechselrichter mit seinen Kinetis-V-Mikrocontrollern, die auf ARMs Cortex-M4-Core basieren - wie auch die XMC4000-Familie von Kokurrent Infineon. Jetzt sickerte durch: Eine neue High-End-Familie von Kinetis-V wird mit dem M4-Nachfolger "Pelican" gebaut.

Welche MCU besser für welche Anwendung geeigent ist, lässt sich generell nicht sagen. Während Infineons XMC4000 mit vier A/D-Wandlern und einer hochauflösenden PWM bis zu 150 ps glänzt, haben Freescales Kinetis-V mit 150 MHz eine höhere CPU-Taktfrequenz und die beiden A/D-Wandler tasten mit 1,9 MSPS ab. Mit 312 ps PWM-Auflösung können liegen sie deutlich besser als alle Allzweck-Controller, allerdings weniger halb so granular wie die XMC4000 - was für viele Anwendungen in den Zielmärkten allerdings immer noch mehr als ausreicht.

Am Rande des Freescale Technology Forums wurde der Fachzeitschrift Elektronik nun bestätigt, was die Spatzen ohnehin schon von den Dächern pfiffen: Freescale hat ARMs neuen Super-Controller-Core, der dem Cortex-M4 nachfolgt und unter dem Codenamen "Pelican" entwickelt wurde, bereits lizensiert und wird ihn in der nächsten Generation seiner Kinetis-V-Mikrocontroller verbauen.

Leider sind technische Details über "Pelican" noch nicht bekannt, allerdings wäre es sehr überraschend, wenn die Rechenleistung gegenüber dem Cortex-M4 nicht um mindestens 50 % steigen würde. Ob Freescale mit dem "Pelican"-Core auch neue Peripherie-Elemente wie noch hochauflösendere Timer oder zusätzliche A/D-Wandler auf dem Chip integrieren wird, ist noch unklar.

Fest steht jedoch, dass Infineons XMC4000-Familie einen extrem potenten Konkurrenten für seine Zielmärkte, bei denen es ja um jedes Prozent zusätzlichen Wirkungsgrad geht, erhalten dürfte. Bleibt abzuwarten, ob die Neubiberger auch einen "Pelican"-Nachfolger bringen werden.

Das Thema ARM spielt auch in Freescales Netzwerk-Geschäft eine große Rolle. Sparten-Chef Tom Deitrich vermeldete, dass die Umsätze mit Multi-Core-Chips 2013 um 140 % gewachsen sind, nachdem sie schon 2012 um 105 % stiegen. Freescale konnte damit seine Nr.-1-Position in der Wireless-Kommunikation verteidigen und kommt mit seinenQorIQ-Prozessoren auf einen Marktanteil von 49 %. Open-Source-Software und Standards wie das ARM-Ecosystem zählt Deitrich zu den fünf wichtigsten Technologie-Trends.

Diesbezüglich ging er auch auf die Aquisition von Mindspeed ein. Deren ARM-basierende Prozessoren ergänzen seiner Ansicht nach das existierende Freescale-Portfolio von primär Power-Architektur-getriebenen Chips perfekt und ermöglicht Wachstum bei IoT-Gateways und Routern.

Dazu kommt die QorIQ-LS2-Familie mit ARMs 64-bit-Flagschiff-CPU-Core Cortex-A57 (Details finden Sie hier) für Software-defined-Netzwerke. Auf Nachfrage der Elektronik bestätigte Deitrich, dass er ein weiter wachsendes Portfolio von ARM-basierenden Netzwerk-Prozessoren sieht.

Die Frage, ob ARM eines Tages die Power-Architektur ersetzen wird, stellt sich daher nach unserer Einschätzung nicht – die Frage ist eher, wann.