Leistungselektronik-Hersteller auf neuen Pfaden Fairchild geht in den MEMS-basierten Sensor-Markt

Der für Leistungselektronik bekannte Halbleiterhersteller Fairchild wird nach dem Kauf der holländischen Firma Xsens in den MEMS-Markt mit Inertial-Sensoren einsteigen und schon 2014 Produkte in Massenproduktion liefern. Dies bestätigte CEO Mark Thompson der Elektronik am Rande des GSA Executive Meetings in München.

Xsens ist eine auf 3D-Bewegunsverfolgungs-Systeme spezialisierte Firma in Holland, die Fairchild für rund 60 Mio. Dollar übernommen hat. Die von Xsens entwickelte Technologie ermöglicht diverse kontextsensitive Funktionen in Industriesteuerungen, Stablisierungsanwendungen wie z.B. die Ausrichtung von Satellitenantennen auf Schiffen, Gesundheits- und Fitnessanwendungen sowie Animationen von 3D-Figuren im Filmgeschäft.

Caspar Peeters, Gründer und CEO von Xsens erklärte, dass die Zusammenführung von Xsens’ Sensor- und Software-Skills mit Fairchilds MEMS-Low-Power-Technolgie perfekt zusammenpassen würden. Der Markenname bleibt ebenso erhalten wie die Lokation Enschede, Xsens wird als unabhängige Tochter von Fairchild weiterarbeiten.

Fairchilds CEO Mark Thompson erklärte, dass Xsens’ Algorithmen in Hardware eingebettet MEMS-basierte Intertial-Sensoren mit extrem geringer Leistungsaufnahme ermöglichen. Entwickelt wurde bereits ein 6-Achsen-Beschleunigungsmesser/Gyroskop, dessen MEMS-Teil in einer Foundry produziert wird.

Fairchild will mit diesen Produkten weder den Automotive- noch den Smartphone/Tablet-Markt adressieren und dort über den Preis mit Firmen wie ST Microelectronis oder InvenSense in Wettbewerb treten. Vielmehr sollen sich Nischen ausgeguckt werden, in denen Low-Power, Genauigkeit und Support wichtig sind. Der Mehrwert ergibt sich aus dem Anwendungs-Know-How sowie den in Hard- und Software implementierten Algorithmen, erklärte Thompson weiter.

In der Vergangenehit hat Xsens Produkte zur Bewegungsverfolgung auf Basis von zugekauften MEMS-Sesnor-Technologien z.B. von ST entwickelt und verkauft. Kunden sind z.B. ElectronicArts, Siemens, ABB und Daimler.

Durch die Kontrolle von Hard- und Software könne Fairchild nunmehr die Bewegungsverfolgungs-Systeme extrem für Low-Power optimieren. Falls notwendig, würde man HF-, GPS- und Magnetometer-Komponenten für die Endsysteme zukaufen.