IVAM-Erhebung Europäische Mikrotechnik-Branche rechnet fest mit Wachstum

Auch bei den Mitarbeiterzahlen blickt die Branche positiv in die Zukunft: Mehr als 75 % der Unternehmen glauben, dass ihre Mitarbeiterzahlen in den kommenden drei Jahren steigen werden.
Auch bei den Mitarbeiterzahlen blickt die Branche positiv in die Zukunft: Mehr als 75 % der Unternehmen glauben, dass ihre Mitarbeiterzahlen in den kommenden drei Jahren steigen werden.

Trotz der unruhigen wirtschaftlichen und politischen Weltlage ist die Stimmung der europäischen Mikrotechnikbranche sehr gut. Über 80 % der Mikrotechnik-Unternehmen erwartet in den nächsten drei Jahren ein Umsatzwachstum.

Anlass für den Optimismus dürften die guten Wachstumsquoten der letzten vier Jahren sein: Seit 2013 ist der Anteil der Unternehmen, die ihren Umsatz und ihre Mitarbeiterzahlen steigern konnten, kontinuierlich gestiegen. Im vergangenen Jahr hat mehr als die Hälfte der Mikrotechnik-Unternehmen eine Umsatzsteigerung erzielt. Knapp die Hälfte hat 2016 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt.

Dies hat der IVAM Fachverband für Mikrotechnik im Rahmen seiner jährlichen Wirtschaftsdatenerhebung bei europäischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen der Mikrotechnik-Branche ermittelt.

Auch dem Exportgeschäft der europäischen Mikrotechnik-Branche wird für die kommenden drei Jahren weiteres Wachstum prognostiziert. Mehr als die Hälfte der erfassten Unternehmen erwartet, dass der Anteil am Umsatz, der durch Export erwirtschaftet wird, in diesem Zeitraum steigen wird.

China und USA

Die EU und die Europäische Freihandelsassoziation (EFTA) sind für über die Hälfte der Unternehmen die wichtigsten Absatzregionen. Der wichtigste Überseemarkt ist momentan noch die USA. Im Lauf der nächsten drei Jahre soll aber China als einer der derzeit am stärksten wachsenden Exportmärkte der EU den USA den Rang ablaufen.

Allerdings könnte das unsichere Wirtschaftswachstum in China diese Entwicklung bremsen. Dies werten knapp siebzehn Prozent der Mikrotechnikunternehmen als Unsicherheitsfaktor für die künftige Entwicklung ihres Geschäfts. Andererseits ist der Protektionismus in der US-amerikanischen Wirtschaftspolitik ein Aspekt, der die USA als Markt künftig schwerer zugänglich machen könnte. Die von der Trump-Regierung angestrebte Abschottung des US-Marktes empfindet mehr als die Hälfte der europäischen Mikrotechnikunternehmen als Unsicherheitsfaktor.

Der IVAM Fachverband für Mikrotechnik erhebt einmal pro Jahr die Wirtschaftsdaten bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen, die sich mit Mikrotechnik, MEMS, Nanotechnik, neuen Materialien, optischen und photonischen Technologien beschäftigen. Im Januar und Februar 2017 wurden 4.000 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Europa zu ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Erwartungen, zu ihren Zielmärkten und Auslandsmärkten, zu externen und internen Herausforderungen sowie zur digitalen Transformation befragt. Die Teilnehmer stammen überwiegend aus Staaten in Mittel-, West- und Nordeuropa.