STMicroelectronics Erfolgreich dank Bildsensorboom

Das Jahr 2017 war für STMicroelectronics überraschend erfolgreich. Gegenüber 2016 steigerte der Halbleiterhersteller im 30. Jahr seines Bestehens den Umsatz deutlich und hat den Betriebsgewinn mehr als vervierfacht.

Mit einer zweistelligen Steigerungsrate glänzt STMicroelectronics. So wuchs der Umsatz des Halbleiterherstellers im vergangenen Jahr um 19,7 Prozent auf 8,347 Mrd. US-Dollar. Alle vier Geschäftsbereiche -  Automotive and Discrete Group (ADG), Analog, MEMS and Sensors Group (AMS), Microcontrollers and Digital ICs Group (MDG) und der Bereich „Andere“ – legten zu.

Hohe Nachfrage nach Halbleitersensoren

Das höchste Umsatzwachstum verzeichnete der Bereich Analog, MEMS und Sensoren mit 41,5 Prozent. Mit 2,613 Mrd. US-Dollar Umsatz erreicht dieser Geschäftsbereich das Umsatzniveau des Mikrocontroller- und Digital-IC-Bereichs. Verantwortlich für das außergewöhnlich gute Ergebnis ist die Sensorsparte. Speziell mit Bildsensoren konnte STMicroelectronics sogar ein dreistelliges Wachstum erreichen. Aber auch für MEMS und Analog-ICs verzeichnete STMicroelectronics ein starkes Umsatzwachstum.

Die Bildsensorproduktion wurde erst 2017 dem Bereich AMS zugeordnet. In den Jahren zuvor waren die Umsätze Teil des Bereiches »Andere«. Sie wurden für den Vergleich zu den Vorjahreszahlen berücksichtigt und die Bezugswerte aus 2016 entsprechend der neuen Aufteilung angepasst. Dementsprechend fällt das Wachstum für 2017 im Bereich »Andere« mit 3,6 Prozent auf 29 Mio. US-Dollar auch vergleichsweise bescheiden aus.

Als zweite Säule im Umsatzwachstum erweist sich der Bereich Mikrocontroller und Digital-ICs. Um 15,8 Prozent stieg 2017 der Umsatz in diesem Geschäftsbereich auf 2,646 Mrd. US-Dollar. Hauptumsatzbringer waren die universellen Mikrocontroller.

Der größte Geschäftsbereich, Automobilelektronik und diskrete Halbleiter, mit 3,059 Mrd. US-Dollar Umsatz im letzten Jahr, erreichte dagegen nur eine 8,8-prozentige Umsatzsteigerung.

Betriebsgewinn steigt stark

Die Aktionäre von STMicroelectronics werden die Zahlen zum Betriebsgewinn noch erfreulicher aufnehmen, als die gestiegenen Umsätze. 993 Mio. US-Dollar weist der Halbleiterhersteller als Betriebsergebnis für das Jahr 2017 aus – mehr als viermal so viel wie 2016 (214 Mio. US-Dollar)   

So glänzt der Geschäftsbereich Analog, MEMS und Sensoren im Jahr 2017 mit einer fast 700-prozentigen Steigerung des Betriebsergebnisses auf 365 Mio. US-Dollar. Das größte Betriebsergebnis mit 402 Mio. US-Dollar verzeichnet im abgelaufenen Geschäftsjahr der Bereich Mikrocontroller und Digital-ICs – was im Vergleich zu 2016 einer Steigerung um 272 Prozent entspricht.

Im Vergleich dazu erscheint die Zunahme des Betriebsergebnisses im Bereich Automobilelektronik und diskrete Halbleiter mit 40 Prozent auf 289 Mio. US-Dollar relativ bescheiden. Dies liegt jedoch daran, dass der Geschäftsbereich 2016 mit 211 Mio. US-Dollar ein gutes Ergebnis erreichte.

Weniger Ausgaben – auch für Forschung

Im Geschäftsbereich »Andere«, der 2017 für einen Betriebsverlust von 63 Mio. US-Dollar verantwortlich ist, fasst STMicroelectronics unspezifische Ausgaben zusammen, z.B. für Umstrukturierung, brachliegende Kapazitäten und strategische Forschung. Gegenüber 2016 konnte der Halbleiterhersteller die Ausgaben deutlich um 58,3 Prozent senken. So fielen 2017 für den Umbau der Sparte für Set-Top-Box-ICs nur noch Kosten in Höhe von 45 Mio. US-Dollar an, gegenüber 93 Mio. US-Dollar in 2016.   

Im Bereich Forschung hat STMicroelectronics 2017 seine Ausgaben minimal gesenkt, um 2,5 Prozent auf 1,3 Mrd. US-Dollar.

Positive Aussicht auf 2018

Das unerwartet positive Ergebnis für 2017 verleitet Carlo Bozotti, President und CEO von STMicroelectronics, zu einer optimistischen Prognose für das laufende erste Quartal 2018. Dank mikrocontrollerbasierten Antrieben, IOT-Applikationen und Smartphones erwartet er ein Umsatzwachstum von zehn Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2017. Für das gesamte Geschäftsjahr 2018 erwartet er ein Wachstum von 22 Prozent. Gleichzeitig kündigt Bozotti Investitionen von 1 bis 1,1 Mrd. US-Dollar an.