Forschung mit Kupferiodid Energie durch Körperwärme

Thermoelektrisch aktive Kupferiodid-Schicht auf PET-Folie
Thermoelektrisch aktive Kupferiodid-Schicht auf PET-Folie

Unsichtbare Energieerzeugung soll dank Kupferiodid bald möglich sein. Physiker der Universität Leipzig entdeckten diese neue Eigenschaft an Kupferiodid-Blättchen.

Forscher der Universität Leipzig haben bisher unbekannte Eigenschaften von Kupferiodid entdeckt. Dazu stellten sie in einem selbst entwickelten Verfahren dünne Schichten des Kupfersalzes her und testeten es auf thermoelektrische Eigenschaften. Das Resultat: die dünnen Blättchen sind nicht nur durchsichtig sondern auch thermoelektrisch etwa tausendmal besser als die bisher bekannten vergleichbaren Materialien, sowie halbleitend oder hoch leitend.

Transaprente und schnellere Schaltkreise

Auf der Basis der aktuellen Forschungsergebnisse können mit Kupferiodid nun Energieerzeuger gebaut werden, die zum Betrieb transparenter Schaltkreise dienen. Diese eignen sich unter anderem zur Anwendung auf Fenstern und in Displays. Laut den Leipziger Forschern sind die Elektronen in Kupferiodid-Schaltkreisen zudem viel schneller als in amorphem Silizium und die Schaltkreise sind energiesparender. Die dünnen Kupferiodid-Schichten sind außerdem auf Polymer-Folie flexibel.

Körperwärme wird elektrische Energie

Kupferiodid ist ein p-Leiter. Strom wird also nicht durch freie Elektronen sondern durch positiv geladene »Löcher« geleitet. In einem thermoelektrischen Bauelement wird eine Temperaturdifferenz und ein damit verbundener Wärmefluss in elektrische Energie verwandelt. Dadurch ließe sich theoretisch Körperwärme in Energie umsetzen.
Entdeckt wurden die Eigenschaften von der Arbeitsgruppe um den Physiker Prof. Dr. Marius Grundmann. Die Forscher haben ihre neuen Erkenntnisse gerade in dem Fachjournal »Nature Communications« veröffentlicht.