Silicon Valley in Russland? Ehemaliger Intel-CEO soll High-Tech-Cluster aufbauen

Craig Barrett war von 1997 bis 2005 Vorstandsvorsitzender von Intel.

Der frühere Vorstandsvorsitzende von Intel, Craig Barrett, wird laut russischen Medienberichten stellvertretender Vorsitzender einer Management-Gesellschaft, die in der Nähe von Moskau einen High-Tech-Cluster nach dem Vorbild des Silicon Valley errichten soll.

Vorsitzender der Gesellschaft soll nach dem Willen von Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew der russische Milliardär Viktor Vekselberg, Chef der Renova-Gruppe, werden. Der "Innovationszentrum" genannte Cluster soll in Skolkowo in der Nähe von Moskau entstehen.

In dem Forschungsrat der Gesellschaft sollen u.a. der Chemie-Nobelpreisgewinner von 2006, Roger Kornberg, und der Physik-Nobelpreisgewinner von 2000, Zhores Alferov, sitzen.

Barrett selbst promovierte an der Stanford-Universität in Werkstoffwissenschaften und erhielt 2008 einen Ehrendoktortitel von der russischen Universität in Novosibirsk.

Medwedew hofft den Medienberichten zufolge darauf, dass die "drei Lichtgestalten" Barrett, Kornberg und Alferov großes internationales Interesse an dem neuen Standort erzeugen. Skolkowo gewann einen landesweiten Wettbewerb gegen schon bestehende Forschungsstätten in Nowosibirsk, Tomsk, St. Petersburg und diverse Standorte im Umland von Moskau.

An dem Fluss Setun gibt es genügend Land für Startup-Firmen, Labore und Universitäts-Campusse nach amerikanischem Vorbild. Skolkowo soll insbesondere auch ein Standort für Chip-Design und Chip-Fertigung werden. Der Fokus soll weiterhin auf Medizintechnik, Biotechnologie, IT, Telekommunikation und Energie liegen.

Nach drei bis sieben Jahren staatlicher Unterstützung soll sich der Cluster nach Vorstellung der russischen Regierung allein tragen.

Vekselberg hat den Medienberichten nach zudem Präsident Medwedew überzeugen können, den neuen sich in Skolkowo ansiedenden Firmen für Russland ungewöhnliche Privilegien einzuräumen: So sollen diese Firmen und deren Mitarbeiter zehn Jahre lang keine Steuern zahlen.

Da die letzten Projekte dieser Art in Russland kläglich gescheitert sind, setzt Medwedew diesmal mit Vekselberg auf einen erfolgreichen Geschäftsmann statt auf einen Bürokraten. Wörtlich wird Medwedew mit den Worten "Korruption ist in Russland ein großes Problem, aber ich glaube dass wir diesem in Skolkowo entkommen können" zitiert.

Noch in diesem Monat soll das Vorhaben dem russischen Parlamant vorgelegt werden.