Hall of Fame Die "Elektronik"-Autoren des Jahres 2012

Die Elektronik-Redaktion zeichnet seit 2004 jedes Jahr die besten Fachartikel aus und kürt die „Top-Autoren“ des Jahres. Mit der Auszeichnung für die besten Artikel eines Jahres würdigt die Elektronik-Redaktion die Leistung ihrer externen Autoren, die ihr Wissen einem breiten Leserkreis zugänglich machen.

Auch der Artikel des Jahres ist eine Tradition. Die Elektronik zeichnet nunmehr zum neunten Mal die besten „Artikel des Jahres“ aus.

Das Fachmedium Elektronik ist seit Jahrzehnten dafür bekannt, in seinen tiefgehenden, technischen Beiträgen, erstens technische Entwicklungen aufzuzeigen, zweitens aktuelle, erklärungsbedürftige Produkte vorzustellen, und drittens Anwendungen, die sich mit einer neuen Technik oder einem Verfahren realisieren lassen, zu beschreiben.

Dies ist kein Eigenlob, es ist ein Lob an unsere Autoren. Unsere Autoren, die häufig gleichzeitig Leser sind, transferieren Ihr Know-how als Spezialisten bestimmter Gebiete auf die gesamte Leserschaft der Elektronik, die „Elektronik-Community“. Die Leistung der Redaktion besteht lediglich darin, die richtigen Themen zu identifizieren, die richtigen Autoren zu finden und interessante Artikel anzustoßen.

Anschließend bereiten wir als Redaktion die Inhalte lesergerecht auf. Es ist uns ein großes Bedürfnis an dieser Stelle unseren Autoren zu danken, ohne die die gewohnt tiefgehende und fundierte Berichterstattung der Elektronik nicht möglich wäre.

Die Reihenfolge bei der Vorstellung der Artikel des Jahres stellt keine Rangfolge dar. Alle Artikel des Jahres sind aus Sicht der Redaktion gleichwertig.

 

 

Wie vermehren wir unser Wissen – früher und heute?

Elektronik 13/2012, S. 46 ff.

Der Beitrag, den Dr. Carsten Emde für die Jubiläumsausgabe "60 Jahre Elektronik" verfasst hat, ist in mehrerer Hinsicht ein Sonderfall, denn solch runde Jubiläen finden nur alle zehn Jahre statt und die Gelegenheit, Themen jenseits der Technik abzugreifen, bietet sich entsprechend selten.

"Wie vermehren wir unser Wissen?" ist das Thema des Beitrags von Dr. Emde. Ein hochaktuelles Thema, denn obwohl der Kreativität keine Grenzen gesetzt sind, wird es immer schwieriger, unser Wissen noch zu vermehren. Um das zu leisten, müssen sich die Ingenieure und Wissenschaftler von heute nämlich erst das schon existierende Wissen aneignen – eine Aufgabe, die immer schwieriger wird.

Glücklicherweise hat Dr. Emde auch eine Lösung parat: Das Teilen von Wissen und die gemeinschaftliche Entwicklung, teamübergreifend, firmenübergreifend, grenzüberschreitend. Dr. Emdes Beitrag ist ein engagiertes und fundiertes Plädoyer für "Open Innovation", standardisierte Protokolle, offengelegte Basistechnologien und gegen Trivialpatente. Eine Lektüre, die man jedem F&E-Vorstand dringend empfehlen möchte.

 

 

 

Vereinfachte Gleichrichterberechnung

Elektronik 26/2012, S. 38 ff.

Schaltungen um Wechselspannung in Gleichspannung zu wandeln zählen schon seit Jahrzehnten zum Stand der Technik und zum Lehrplan der Hochschulen für Elektrotechnik. Deshalb ist es erstaunlich, dass ein Fachaufsatz zu diesem „alten“ Thema verfasst und auch noch in der Elektronik veröffentlicht wird - und nun sogar von der Redaktion der Elektronik zu einem der besten Aufsätze des Jahres 2012 gekürt wird.

Was ist also dran an der vereinfachten Gleichrichterberechnung von Dr. Dieter Jurzitza? Er stand vor dem Problem, dass bekannte und gängige Methoden eine Gleichrichterschaltung im Leerlauf betrachten – ein in der Praxis eher selten auftretender Fall. Der in der Praxis dominierende Lastfall dagegen wird nur über unzureichende Abhängigkeitshinweise der Ausgangsspannung von der Last beschrieben. Damit ist eine vernünftige Schaltungsdimensionierung aber kaum möglich.

Diese Idee und die darauf basierende Berechnungsmethode teilte Dr. Jurzitza in seinem Artikel mit den Lesern der Elektronik. Die Art und Weise, wie Dr. Jurzitza das Berechnungsproblem eines belasteten Gleichrichters gelöst, in einem Fachaufsatz beschrieben, erklärt und mit Messergebnissen untermauert hat, wertet die Redaktion der Elektronik als vorbildlich.

 

 

Auf 10 µm genau

Elektronik 10/2012, S. 58 ff.

„Auf 10 µm genau“ ist ein Beitrag, wie er für die Elektronik typisch ist. In dem Artikel beschreiben Stefan Bonerz, Wolfgang Bechteler und Josef Greif von Ott-Jakob Spanntechnik die Entwicklung eines Sensorsystems zur Überwachung der Werkzeugplananlage im Bereich der spanenden Werkstückbearbeitung.

Mit diesem Sensorsystem auf Basis von Keramikresonatoren, Hohlleiterstrukturen und Radarelektronikkomponenten wird eine hochauflösende, passive Abstandmessung auf einer rotierenden Systemkomponente möglich. Dazu werden Keramikstifte als Mikrowellen-Resonatoren an verschiedenen, radial-symmetrisch verteilten Winkelpositionen in die Werkzeugauflagefläche, z.B. einer Fräsmaschine, integriert. Die Hohlleiterstruktur im Statorbereich ist an einer definierten Winkelposition angebracht.

Die Plananlage des Werkzeugs wird durch die sequentielle Abfrage dieser Resonatoren während der Rotation überprüft. Der Abstand zwischen Werkzeug und Auflagefläche wird bei Drehgeschwindigkeiten bis 15.000 U/min auf 10 µm genau detektiert.

In dem Artikel beschreiben die Autoren ein Problem und wie es gelöst werden kann. Dabei gehen sie strukturiert und technisch fundiert vor. Den Weg ihrer Entwicklung und Überlegungen dokumentieren Sie mit Messungen, Simulationen und Versuchsaufbauten. Die Ergebnisse nutzen sie für eine stete Weiterentwicklung ihres eigenentwickelten Sensorsystems.

 

 

Funktionen statt Steuergeräte abschalten

Elektronik automotive 6/7-2012, S. 20 ff.

Um im Fahrzeug Energie zu sparen, und damit den CO2-Ausstoß zu reduzieren, werden verschiedene Ideen verfolgt. Eine der bekanntesten ist sicherlich der Teilnetzbetrieb auch als Partial Networking bekannt, bei dem Steuergeräte selektiv abgeschaltet werden, die im aktuellen Fahrzeugzustand nicht benötigt werden. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, lediglich Funktionen anstelle von Steuergeräten abzuschalten, auch als Pretending Networking bezeichnet.

Aus 55 Fachartikeln, die 2012 erschienen sind, hat die Redaktion der Elektronik automotive sich für einen Beitrag entschieden, der sich mit einer Alternative zum konventionellen Teilnetzbetrieb beschäftigt. In seinem Beitrag "Funktionen statt Steuergeräte abschalten", beschreibt Dipl.-Ing. Thomas Liebetrau eine Methode zur zeitweiligen Deaktivierung von Steuergerätefunktionen, die sich transparent in bestehende Netzwerke integrieren lässt.

Thomas Liebetrau erklärt anschaulich, dass eine vollständige Knotenabschaltung nicht der einzige Weg zur Energieeinsparung im Netzwerk ist. Dabei ist es ihm gekonnt gelungen, die Technologie detailliert und leicht verständlich zu beschreiben – ohne wieso oft, ein Produkt in den Mittelpunkt zu rücken – und so eine sachliche Distanz zu wahren.