»Artikel des Jahres« prämiert Die besten Autoren der Elektronik

Von links nach rechts: Dr. Stefan Hain, Thomas Stephan, Dr. Richard Kölbl, Prof. Dr.-Ing. Kai Homeyer und Lukas Franzky wurden im Rahmen der Preisverleihung »Produkte des Jahres 2018« für ihre herausragenden Artikel geehrt.
Von links nach rechts: Dr. Stefan Hain, Thomas Stephan, Dr. Richard Kölbl, Prof. Dr.-Ing. Kai Homeyer und Lukas Franzky wurden im Rahmen der Preisverleihung »Produkte des Jahres 2018« für ihre herausragenden Artikel geehrt.

Erklärtes Ziel der Elektronik-Redaktion ist es, die Leser durch fachlich tiefgehende Artikel zu aktuellen Themen zu überzeugen. Nur durch kompetente Autoren ist solch eine fundierte Berichterstattung möglich. Deshalb kürt die Elektronik jedes Jahr externe Autoren für herausragende Fachbeiträge.

Die Auszeichnung der Artikel des Jahres hat inzwischen Tradition. Die Elektronik-Redaktion würdigt seit 2004 jährlich die besten in der Elektronik erschienenen Artikel eines Jahrgangs. Welcher Rahmen könnte dafür passender sein als die feierliche Preisverleihung der Elektronik-Produkte des Jahres, die im März in der Kunst-Location München stattfand?

Anspruchsvolle Fachmedien wie die Elektronik und die Elektronik automotive zeichnen sich durch technische Fachbeiträge mit Tiefgang aus. Ein guter Fachbeitrag macht sich nicht von selbst, sondern ist das Werk ausgezeichneter Autoren.

Deshalb gilt unser Dank den Autoren, die ihr Wissen als Experten bestimmter Fachgebiete mit der gesamten Elektronik-Leserschaft teilen wollen. Die Reihenfolge bei der Vorstellung der Artikel des Jahres stellt keine Rangfolge dar. Alle Artikel des Jahres sind aus Sicht der Redaktion gleichwertig.

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Die Preisträger der »Artikel des Jahres«

Die Autoren der besten Elektronik-Fachartikel

Automatisiert testen

„Einführung eines automatisierten Testsystems zur Continuous Integrations: Testen als Entwicklungsbestandteil“ von Dr. Richard Kölbl, erschienen in Elektronik 5/2017:

Software testen macht keinen Spaß – ganz im Gegensatz zur Software-Entwicklung, die Kreativität fordert und bei der der Entwickler vom Compiler eine sofortige Rückmeldung in Form von „funktioniert“ oder „funktioniert nicht“ bekommt. Das Testen von Software ist dagegen eine Fleißaufgabe, die viel Aufwand erfordert, aber keinen Zuwachs an Produktivität bringt.

Jedoch ist das Testen unverzichtbar für eine qualitativ hochwertige Software, denn beim Test wird geprüft, wie sich die Software in allen möglichen und scheinbar unmöglichen Fällen verhält. Das Horror-Szenario für jeden Software-Tester ist, ein umfangreiches und vermeintlich fertiges Programm vorgesetzt zu bekommen, das er nun auf Herz und Nieren testen soll. Der Aufwand dafür ist immens.

Dr. Richard Kölbl beschreibt in seinem Beitrag „Testen als Entwicklungsbestandteil“ die Methode der „Continuous Integration“. Hierbei wird der Testvorgang automatisiert und begleitet die Software-Entwicklung von Anfang an. Das bedeutet erhöhten Aufwand am Anfang, erleichtert den Testprozess in seiner Gesamtheit aber enorm.

Dr. Kölbl teilt die vielfältigen Erfahrungen, die er in zahlreichen Entwicklungsprojekten gesammelt hat. Insbesondere gibt er Hinweise und Checklisten, an die bei der Einführung eines automatisierten Software-Testprozesses gedacht werden muss – echter Mehrwert für die Leser.

Zweidimensionale Kurzschlussdetektion

„2D-Kurzschlussdetektion schützt IGBTs: Kurzschluss schneller erkennen“ von Dr. Stefan Hain, erschienen in Elektronik 9/2017:

Die bisher üblichen Kurzschlussdetektionsmethoden arbeiten zu langsam für moderne IGBTs auf Basis dünner Wafer. Um IGBTs wirkungsvoll zu schützen, hat Dr. Stefan Hain von der Universität Bayreuth ein neues Kurzschlussdetektionsverfahren entwickelt, das sehr schnell reagiert – nämlich innerhalb von 10 ns.

In seinem Fachaufsatz „Kurzschluss schneller erkennen“ beschreibt Dr. Hain die von ihm entwickelte zweidimensionale Kurzschlussdetektion und vergleicht sie mit den bisher gängigen Methoden. In geradezu klassischer ingenieurmäßiger Arbeit stellt er zunächst die Problemstellung dar, entwickelt einen Lösungsansatz und vergleicht sein Konzept mit dem aktuellen Stand der Technik.

Dazu hat er einen Prototypen realisiert und im Betrieb getestet, die Messergebnisse analysiert und sie in leicht verständlichen Grafiken für den Leser übersichtlich zusammengefasst. Der Fachaufsatz zeichnet sich durch seine klassische Form und Struktur sowie durch den logischen Aufbau aus und legt dem Leser die relevanten Informationen und Fakten über eine neue Detektionsmethode für Kurzschlüsse anschaulich und verständlich dar.

Treiberstrom und LED-Flicker

„Zusammenhang zwischen Treiberstrom und LED-Flicker nachgemessen: kHz-Ripplestrom im Lichtbild“ von Prof. Dr.-Ing. Kai Homeyer und Lukas Franzky, erschienen in Elektronik 22/2017:

In ihrem Beitrag „kHz-Ripplestrom im Lichtbild“ behandeln Lukas Franzky und Prof. Dr.-Ing. Kai Homeyer den Zusammenhang zwischen LED-Treiber und Flicker-Effekten in LED-Beleuchtungen. Sie untersuchen dazu messtechnisch den Strom-Zeitverlauf am Ausgang einer Auswahl an kommerziell erhältlichen LED-Treibern und vergleichen ihn mit dem zeitlichen Verlauf des Lichtstroms.

Dabei zeigt sich: LEDs prägen selbst kHz-Frequenzen im Betriebsstrom noch den Lichtstrom auf. Daraus ergeben sich meist keine visuell wahrnehmbaren Effekte. Probleme können aber im Zusammenhang mit Kamerasystemen und beim Dimmen auftauchen.

Diese Herausforderungen veranschaulichen die Autoren gelungen.
Bemerkenswert an dem Beitrag ist die präzise Gedankenführung, die die Autoren durch einen schnörkellosen Schreibstil eindeutig vermitteln. Thematisch schaffen sie es, den Bogen zwischen dem notwendigen theoretischen Grundlagenwissen und praktischer Anwendung zu schlagen.

Kabel- und Schlauchkombinationen im Bordnetz optimieren

„Kabel und Schläuche simulationsgestützt optimieren und absichern: Wie flexibel sind sie?“ von Dr. Klaus Dreßler und Thomas Stephan, erschienen in Elektronik automotive Bordnetz, September 2017:

Das Bordnetz in Automobilen hat sich mittlerweile zu einer kilometerlangen Kabel- und Schlauchkombination entwickelt, die über das gesamte Fahrzeugleben hinweg funktionsfähig sein muss – gerade bei bewegten Teilen ist das eine Herausforderung. Mit Techniken wie dem autonomen Fahren werden die Anforderungen hinsichtlich der Ausfallsicherheit noch höher.

Der Artikel „Wie flexibel sind sie?“ beschreibt anschaulich und leicht verständlich, wie mit dem Einsatz der Software IPS Cable Simulation bei der Kabelbaumentwicklung Flexibilitätsanforderungen bereits softwareseitig durch Simulationen berücksichtigt werden können. Den Autoren Dr. Klaus Dreßler und Thomas Stephan gelang es, einen umfassenden Überblick über die Anforderungen und die Komplexität der Bordnetzentwicklung zu geben und eine nachvollziehbare Arbeitserleichterung aufzuzeigen.

Zahlreiche Zitate aus wissenschaftlichen Quellen und der gezielte Einsatz von grafischen Elementen machen den Fachartikel zu einer fundierten und gern gelesenen Informationsquelle.